Pflegepolitik
Ministerin bezeichnet Pakt für Pflege als „großen Erfolg“
Die Pflegeversicherung muss dringend reformiert werden. Das mahnt Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Eröffnung des 10. Brandenburger Pflegefachtags 2024 in Potsdam an. Der Brandenburger Pflegefachtag ist die größte Fachveranstaltung zum Thema Pflege im Land Brandenburg.
Der zweitägige Fachtag (13. und 14. November) bietet Informationen zu fachlichen Innovationen und Raum zur Diskussion strategischer und pflegepolitischer Entwicklungen. Das Motto in diesem Jahr lautet „Zukunftsfeste Pflege – Haltungswandel in der professionellen und nicht professionellen Pflege“. Die als Diskussionsforum zum Pakt für Pflege angelegte Veranstaltung wird in 2024 mit rund 25.000 Euro vom Land gefördert. Der Brandenburger Pflegefachtag wird veranstaltet durch die „Qualitätsgemeinschaft Pflege“; einer Initiative der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg.
Sozialministerin Nonnemacher sagte in ihrer Rede: „Der im Jahr 2020 gestartete Brandenburger ‚Pakt für Pflege‘ ist ein großer Erfolg. Die Menschen in unserem Land wollen – solange es irgend geht – auch mit Pflegebedürftigkeit zuhause leben. Mit dem Pakt schaffen wir dafür die notwendigen Rahmenbedingungen. Er verfolgt das Ziel, die häusliche Pflege zu stärken. Durch die Gestaltung von alterns- und pflegegerechten Sozialräumen kann zum einen der Eintritt von Pflegebedürftigkeit verzögert bzw. verringert werden. Zum anderen wird, wenn Pflegebedürftigkeit eintritt, noch besser als bisher Pflege in der eigenen Häuslichkeit ermöglicht. Diese konsequente Politik zur Unterstützung der häuslichen Pflege zahlt sich aus: 87 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen werden zuhause gepflegt – das ist der bundesweit höchste Wert. Der Ansatz ‚Pflege vor Ort‘ hat sich in Brandenburg flächendeckend bewährt. Er muss auch ein Schwerpunkt der Strukturreform der Pflegeversicherung im Bund werden.“
100 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte haben Anträge gestellt, und in 87 Prozent der kreisangehörigen Gemeinden wurden seit 2021 mehr als 660 Projekte zur Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen initiiert. Eingesetzt wird das Geld unter anderem für den Auf- und Ausbau von Helferkreisen und Nachbarschaftshilfen, von Informationen und Schulungen für pflegende Angehörige, Angeboten für ein gemeinsames Mittagessen, von Projekten zur Anregung gemeinsamer Aktivitäten und Teilhabe – auch bei Pflegebedürftigkeit. Etwa 100 Personalstellen für so genannte Pflegelotsen bzw. Kümmerer wurden geschaffen. Sie stehen den Pflegebedürftigen vor Ort als niedrigschwellige Ansprechpersonen zur Verfügung.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren