Ambulanter Pflegemarkt

Erfolgreiche Neuaufstellung nach der Insolvenz

Strukturen verschlankt, defizitäre Einrichtungen geschlossen: Der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald stellt sich neu auf.

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Der wirtschaftliche Abwärtstrend wird aufgehalten. Foto: AdobeStock/Monster Ztudio

Die Sanierung des Caritasverbandes Breisgau-Hochschwarzwald ist kurz vor der Zielgeraden: In den kommenden Tagen wird der Verband beim Amtsgericht Freiburg einen Insolvenzplan einreichen. Stimmen die Gläubiger zu, könnte das Verfahren bis Frühsommer beendet werden.

„Ein Insolvenzplan stellt eine Art Vergleich des Verbandes mit seinen Gläubigern dar und regelt die genauen Bedingungen für die finanzielle Sanierung des Verbandes“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Dirk Pehl. Der Plan wurde in Abstimmung mit Sachwalter Dr. Eike Happe erarbeitet und sieht vor, dass die Gläubiger eine Quote auf ihre Forderungen erhalten. Im Gegenzug verzichten sie auf den Rest.

Seit Beginn des Insolvenzverfahrens im September 2023 hat der Verband zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die finanzielle Lage zu stabilisieren. „Wir haben eine etwas schlankere Struktur, ohne einen personellen Kahlschlag durchgeführt zu haben. Ganz im Gegenteil: Es gelingt uns zunehmend, Personalengpässen zu begegnen und neue Mitarbeiter:innen für die Arbeit in unserem Verband zu begeistern“, sagt Vorstandsvorsitzender Hans-Georg Liegener.

Einige defizitäre Einrichtungen wurden geschlossen oder verkauft, während die Auslastung der verbleibenden Senioreneinrichtungen gesteigert wurde. Der Verband hat zudem neue Mitarbeiterstrukturen erarbeitet und sein Finanzwesen verbessert.

Hauptursache für die wirtschaftliche Schieflage des Caritasverbandes Breisgau-Hochschwarzwald waren insbesondere Verluste, die in verschiedene Einrichtungen der Seniorenhilfe erwirtschaftet wurden. Mehrere Pflegeheime konnten nicht ausgelastet werden, weil Personal fehlte und der Verband auf sehr teure Leiharbeit zurückgreifen musste, um den erforderlichen Personalschlüssel in der Betreuung der Bewohner jederzeit sicherzustellen. Zusätzlich kam es in Folge der Corona-Pandemie zu erheblichen Preissteigerungen für Lebensmittel und Energie.

„Der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald hat erhebliche Anstrengungen unternommen, um seinen Herausforderungen mit Augenmaß zu begegnen, Schwachstellen zu beseitigen und sich neu aufzustellen“, betont Sachwalter Dr. Eike Happe. Stimmen die Gläubiger dem Plan zu, kann das Verfahren im Frühsommer aufgehoben werden.