Ambulanter Pflegemarkt
Städtischer Pflegedienst „Pflegeflotte“ stellt Betrieb ein
Nur wenige Monate nach ihrer Gründung stellt die städtische „Pflegeflotte“ in Wismar den Betrieb wieder ein. Der ambulante Pflegedienst, der erst im Oktober 2023 an den Start gegangen war, zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen zurück, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Die kurzfristige Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten übernehmen nun drei etablierte ambulante Pflegedienste in Wismar: die Dienste Hameyer und Hoop sowie „Tu Hus“ unter der Leitung von Michael Dittmann. Die Stadt betonte, dass eine lückenlose Weiterbetreuung gewährleistet sei.
Für die rund 20 Beschäftigten der „Pflegeflotte“ gibt es ein Angebot: Sie sollen die Möglichkeit erhalten, künftig in den städtischen Seniorenpflegeheimen weiterzuarbeiten. Gespräche dazu laufen bereits, heißt es aus dem Rathaus.
Kritik begleitete die Gründung
Die „Pflegeflotte“ war bei ihrer Gründung im vergangenen Herbst nicht unumstritten. Private Anbieter äußerten damals Bedenken über eine mögliche Marktverdrängung. Zuletzt war sogar Kritik laut geworden, die „Pflegeflotte“ habe aktiv Pflegekräfte und Klient*innen von anderen Diensten abgeworben – ein Vorwurf, den die Stadt zurückwies.
Mit dem Aus der „Pflegeflotte“ endet ein kommunales Pflege-Experiment, das von Anfang an unter genauer Beobachtung stand. Die Frage, wie sich städtisches Engagement im Pflegesektor wirtschaftlich tragen lässt, bleibt damit weiter offen.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren