Pflegemarkt
Pflegeinfrastruktur: Sozial- und Immobilienwirtschaft schmieden Allianz
Spitzenvertreter:innen der Sozial- und Immobilienwirtschaft haben sich zu einer Demografie-Allianz formiert, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft der Pflege- und Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, wie der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) mitteilt.
Im Rahmen der „ZukunftsWerkstatt“ des ZIA kamen Ende Mai rund 25 Führungskräfte und Verbandsvertreter:innen aus Sozialwirtschaft, Gesundheitsbranche, Immobilienwirtschaft sowie institutionellen Investoren in Berlin zusammen, um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu analysieren und konkrete Handlungsfelder abzuleiten. Die Initiative ist laut ZIA in dieser Form bislang einzigartig.
Eine Zusammenarbeit in einem übergeordneten, strategischen Rahmen findet bisher jedoch nicht statt. „Das wollen wir mit Blick auf die demografische Herausforderung ändern, und zwar sowohl in Bezug auf die Entwicklung konkreter Lösungen und Infrastruktur als auch auf eine gemeinsame Interessenvertretung gegenüber der Politik“, unterstreicht ZIA-Präsidentin Iris Schöberl.
Die pflegerische und medizinische Versorgung älterer Menschen stellt unsere Sozialsysteme und Gemeinwesen vor große Herausforderungen“, betont der Vorsitzende des ZIA-Ausschusses für Gesundheitsimmobilien, Carsten Brinkmann. „Immobilien- und Sozialwirtschaft haben die Kompetenzen und die Ressourcen, hier langfristig entscheidende Impulse zu setzen – wenn sie ihre Kräfte bündeln.“
Als ganz entscheidendes Handlungsfeld wurde die Aktivierung von privatem institutionellem Kapital identifiziert. „Kapital und die Bereitschaft, in soziale Infrastruktur zu investieren, sind vorhanden“, so Carsten Brinkmann. Vor allem langfristig ausgerichtete Investoren wie Pensionskassen und berufsständische Versorgungswerke investieren verantwortungsvoll in Sozialimmobilien. „Damit aus diesen Geldern auch neue Wohn- und Pflegekonzepte entstehen können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, Finanzierungssicherheit und die Aussicht auf eine marktübliche Verzinsung“, ergänzt Schöberl.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Entwicklung neuer, flexibler Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen sowie der gezielte Einsatz digitaler Technologien und Robotik zur Entlastung von Pflegekräften. Geplant ist außerdem, sogenannte gemeinsame Laborsituationen einzurichten, um innovative Versorgungsmodelle zu erproben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Synergien in Planung und Bau von Sozialimmobilien.
Der Schulterschluss soll keine Momentaufnahme bleiben. Die Initiatoren kündigten an, den begonnenen Dialog verstetigen zu wollen. Geplant sind Folgeveranstaltungen, gemeinsame Positionierungspapiere und Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern mit dem Ziel, eine starke gemeinsame Stimme für demografiefeste, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Lösungen in der Pflege- und Wohninfrastruktur zu entwickeln
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