Vergütung
„Pflegedienste in der Falle – Wundversorgung blockiert“
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wunde schlägt Alarm: Spezialisierte Pflegedienste geraten durch die „Trägheit des Systems“ zunehmend unter Druck. In einem offenen Brief kritisiert der Verband massive Hindernisse bei der Vergütung und warnt vor dramatischen Folgen für die Wundversorgung gesetzlich Versicherter.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft spezialisierter Leistungserbringer „Wunde“ e. V. (BAG Wunde) hat sich in einem offenen Brief an die Gesetzlichen Krankenversicherungen gewandt und erhebt darin deutliche Kritik am derzeitigen Zustand der spezialisierten Wundversorgung für GKV-Versicherte. Insbesondere bemängelt der Verband, dass „Qualität, Wirtschaftlichkeit und Netzwerkkompetenz“ seiner Mitglieder an der „Trägheit des Systems“ scheiterten. Den offenen Brief können Sie hier herunterladen.
„Trotz abgeschlossener Verträge und ergänzender Vereinbarungen kommt es immer wieder zur Infragestellung unserer Leistungen – teils werden sogar Erlöse einbehalten“, warnt Christian Westermann, Vorsitzender der BAG Wunde. Diese Entwicklungen gefährdeten die wirtschaftliche Existenz vieler spezialisierter Pflegedienste massiv.
Die BAG Wunde vertritt bundesweit Pflegefachleute mit zertifizierter Zusatzqualifikation, die nach evidenzbasierten Standards arbeiten. Ihr Netzwerk umfasst sowohl spezialisierte Pflegedienste als auch ambulante Wundzentren gemäß § 132a SGB V. Besonders betont wird die Produktunabhängigkeit der Mitgliedsbetriebe sowie deren regionale Ansprechbarkeit bei gleichzeitiger bundesweiter Ausstrahlung.
Innovation wird nicht unterstützt
Westermann macht deutlich: „Unsere Mitglieder tragen wesentlich dazu bei, die Heilungsdauer zu verkürzen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und gleichzeitig Kosten für langwierige Verläufe zu senken.“ Umso unverständlicher sei es, dass die Pflegeinnovation nicht systematisch unterstützt werde.
Im Zuge der Kritik an der mangelnden Umsetzung von G-BA-Regelungen ruft der Verband zur stärkeren Zusammenarbeit mit den Kassen auf und fordert eine gerechte, bundesweit einheitliche Vergütung für spezialisierte Leistungen.
Konferenz-Schwerpunkt: „Versorgung chronischer Wunden“
Die Fachredaktion Häusliche Pflege hat kürzlich eine Digitalkonferenz zum Thema Wundversorgung durchgeführt. Die Inhalte und Beiträge der Konferenz stehen zum Download zur Verfügung. In zwei kompakten, jeweils zweistündigen Einheiten lieferten Expert:innen praxisnahe Einblicke in die Potenziale spezialisierter Pflegeleistungen unter der aktuellen HKP-Richtlinie. Behandelt wurden u. a. eine aktuelle Marktanalyse, Voraussetzungen für höhere Vergütungen sowie konkrete Umsetzungsschritte für Pflegedienste, die sich als zertifizierte Anbieter positionieren wollen. Gerade die klare Strukturierung der Veranstaltung – abgestimmt auf Geschäftsführende, Pflegedienstleitungen und fachliche Leitungsteams – bot gezielte Hilfestellung bei der Professionalisierung und wirtschaftlichen Etablierung in der Wundversorgung.
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