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Bodo de Vries übernimmt das Ruder der Initiative Pro-Pflegreform

Mit dem Ruhestand von Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung sowie Gründer und Sprecher der Initiative Pro-Pflegereform, stellt sich das Netzwerk neu auf.

Dr. Bodo de Vries, stellv. Vorsitzender des Vorstands und der Geschäftsführung des Evangelischen Johanneswerks Foto: Stephan Wemhöner

Die Initiative Pro-Pflegereform, die 2017 gegründet wurde, richtet sich nach dem Rückzug von Bernhard Schneider organisatorisch neu aus. Schneider, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, hatte das Netzwerk aufgebaut und in der politischen Debatte etabliert. Mit seinem Ruhestand übernimmt nun Dr. Bodo de Vries, Vorstand des Johanneswerks in Bielefeld, die Koordination und Öffentlichkeitsarbeit der Initiative.

Laut der Initiative liegt mit dem dritten Gutachten von Prof. Dr. Heinz Rothgang seit März 2025 ein detaillierter Plan für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung vor. Das Konzept sieht eine Finanz- und Strukturreform vor, die die Eigenanteile dauerhaft begrenzen und die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Pflege überwinden soll. Vorgeschlagen wird stattdessen ein flexibles System, das Pflegebedürftigen individuelle und kombinierbare Leistungen ermöglicht.

Besonders die systematische Begrenzung der Eigenanteile wird als zentrale Voraussetzung für eine bezahlbare Pflege hervorgehoben. Das Konzept erfüllt damit auch den sozialpolitischen Anspruch, Pflegebedürftigkeit nicht zu einem Armutsrisiko werden zu lassen. Zugleich schlägt es Modelle zur Finanzierung vor, die laut den Berechnungen weitgehend beitragsstabile Lösungen erlauben.

Während sich die aktuelle pflegepolitische Diskussion vor allem auf Kürzungen konzentriert, betont de Vries den Anspruch der Initiative, eine klar vernehmbare Gegenstimme zu sein: Ziel sei es, Pflegeversicherung 30 Jahre nach ihrer Einführung wieder verlässlich und zukunftssicher zu gestalten. Auch Heinz Rothgang verweist auf die Notwendigkeit einer eigenständigen Initiative, da die Verbände allein keine grundlegende Neuausrichtung durchsetzen könnten.