Pflegepolitik

Bund prüft gezielte Unterstützung für pflegende Angehörige

Die Bundesregierung will die Versorgung und Unterstützung pflegender An- und Zugehöriger grundlegend auf den Prüfstand stellen. Im Rahmen des Zukunftspakts Pflege soll die Wirksamkeit der bestehenden Leistungen der Pflegeversicherung analysiert und weiterentwickelt werden.

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Laut der Bundesregierung umfasst die geplante Reform der sozialen Pflegeversicherung auch die spezifische Situation derjenigen, die Pflegebedürftige in ihrem häuslichen Umfeld betreuen. Alle Leistungsbausteine würden derzeit auf ihre Zielgenauigkeit überprüft, heißt es in der jüngsten Antwort der Bundesregierung (Drucksache 21/2702) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (Drucksache 21/2317). Ziel sei, die Pflegeversicherung finanziell und strukturell so auszurichten, dass sie Pflegebedürftige wie Angehörige gleichermaßen verlässlich absichert.

Empfehlungen aus Fach- und Bund-Länder-Arbeitsgruppen

Die Facharbeitsgruppe „Versorgung“ hat laut der Bundesregierung eine Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der Unterstützung von pflegenden Angehörigen erarbeitet. Dazu gehören Vorschläge für eine fachpflegerische Begleitung, den Aufbau eines Case Managements zur Koordination von Versorgungsleistungen sowie Ansätze zur besseren Absicherung in akuten Pflegesituationen. Diese Empfehlungen sind von der zuständigen Bund-Länder-Arbeitsgruppe am 13. Oktober 2025 beraten und in die laufenden Reformarbeiten aufgenommen worden.

Darüber hinaus stehen auch präventive Angebote und der Zugang zu pflegerischen Versorgungsleistungen im Fokus der Überprüfung. Die Maßnahmen zielen darauf ab, pflegende Angehörige zu entlasten und eine ganzheitlichere Unterstützung in komplexen Pflegesituationen zu ermöglichen.

Abschluss des Zukunftspakts Ende 2025 geplant

Bis Ende 2025 soll der Zukunftspakt Pflege Vorschläge zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung vorlegen. Ziel des Gesamtvorhabens ist es, die Finanzierung und Leistungsstruktur der sozialen Pflegeversicherung nachhaltig zu sichern und zugleich die pflegerische Versorgung zukunftssicher auszurichten.

Gesellschaftliche Dimension häuslicher Pflege

Nach Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) kümmerten sich im Jahr 2023 rund sieben Millionen Menschen in Deutschland werktags um pflegebedürftige Personen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass familiäre Pflege weiterhin die zentrale Säule der Versorgungslandschaft bildet – und eine besondere politische wie gesellschaftliche Aufmerksamkeit verlangt.