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Pflegeversicherung mit 550 Millionen Euro Defizit
Die soziale Pflegeversicherung kämpft weiter mit massiven Finanzproblemen. In den ersten neun Monaten 2025 entstand ein Minus von einer halben Milliarde Euro, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung mitteilt.
Die Pflegeversicherung hat laut dem GKV-Spitzenverband in den ersten drei Quartalen 2025 ein Defizit von 550 Millionen Euro angehäuft. Der Verband, der auch die Pflegekassen vertritt, legte diese Zahlen in einer Stellungnahme für den Bundestag vor: für eine Anhörung im Gesundheitsausschuss am 3.12.2025. Ein Bundes-Darlehen über 500 Millionen Euro, das im Oktober ausgezahlt wurde, soll die Lage vorübergehend entspannen. Der Mittelbestand der Pflegeversicherung dürfte dadurch zum Jahresende etwa das Vorjahresniveau erreichen, so der Verband.
Ausgaben übersteigen Einnahmen dauerhaft
Die strukturellen Probleme bleiben jedoch bestehen. Wie der GKV-Spitzenverband in seiner Stellungnahme für eine Anhörung im Gesundheitsausschuss erläutert, liegen die Ausgaben weiterhin deutlich über den Einnahmen. Für die kommenden Jahre rechnet der Verband mit „weiteren Milliardendefiziten“. Die Reserven der Pflegeversicherung beliefen sich Ende 2024 auf 5,34 Milliarden Euro – das entspricht laut GKV-Angaben gerade einmal einer Monatsausgabe der Pflegekassen.
Der Verband warnt ausdrücklich davor, die Finanzlücken dauerhaft durch Darlehen zu schließen. Diese Vorgehensweise verschiebe die Probleme lediglich in die Zukunft, heißt es in der Stellungnahme. Die Finanznöte der Pflegeversicherung seien mittlerweile chronisch geworden – und das trotz einer Beitragsanhebung zu Jahresbeginn 2025.
Bundesregierung plant weitere Milliarden-Darlehen
Um die Pflegeversicherung zu stabilisieren, stellt der Bund in diesem Jahr insgesamt ein Darlehen von 500 Millionen Euro bereit. Für 2026 sind bereits weitere 3,2 Milliarden Euro über Darlehen eingeplant. Mit diesem Geld will die Bundesregierung den Pflegebeitrag Anfang 2026 stabil halten. Eine von Bund und Ländern eingesetzte Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit Vorschläge für eine umfassende Finanzreform der Pflegeversicherung. Die Ergebnisse werden laut GKV-Spitzenverband noch im Dezember erwartet.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte, die Bürgerinnen und Bürger müssten endlich wissen, was die Regierung wolle, um die Pflegeversicherung zukunftsfähig zu machen. „Bisher fehlt der politische Mut zu Entscheidungen“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Wenn eine „Plünderung“ aufhören würde, wären für die nächsten 15 Jahre keine Beitragserhöhungen zu erwarten, sagte er mit Blick etwa auf ausbleibende Länder-Zahlungen für Investitionen in den Heimen.
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