Aus- und Weiterbildung

Dortmunder Weg: Einjähriges Trainee-Programm soll Lücke nach generalistischer Ausbildung schließen

Die generalistische Ausbildung lässt Absolvent:innen oft ohne vertiefte Altenpflege-Kompetenzen in den Beruf starten. Ein neues einjähriges Programm in Dortmund will diese Lücke schließen – mit elf Modultagen, erfahrenen Dozierenden und dem Anspruch, jungen Fachkräften Sicherheit im Berufsalltag zu geben.

Grafik: Caritas Dortmund

Seit dem 14. April 2026 läuft der sogenannte „Dortmunder Weg“: ein Trainee-Programm, das die Caritas Altenhilfe Dortmund GmbH gemeinsam mit dem Canisius Campus Dortmund für junge Pflegefachkräfte aufgelegt hat. Laut einer Pressemitteilung des Caritasverbands Dortmund handelt es sich um ein bundesweit bislang einzigartiges Angebot.

Der Hintergrund ist für Führungskräfte in der Pflege kein neues Thema: Die generalistische Pflegeausbildung vermittelt breite Grundlagen über alle Versorgungsbereiche hinweg. Spezifische Anforderungen der Altenpflege – ob stationär oder ambulant – werden dabei oft nur angerissen und müssen im Berufsalltag nachgeholt werden. Genau an diesem Übergang vom Examen in die Praxis setzt das Programm an.

Das Trainee-Programm erstreckt sich über ein Jahr und umfasst elf Modultage. Die Teilnehmenden stammen aus den Abschlussjahrgängen 2024 und 2025. Inhaltlich stehen laut Caritas Dortmund Themen im Mittelpunkt, die im Pflegealltag den Unterschied ausmachen: Mobilitätsförderung, Umgang mit Menschen mit Demenz und palliative Begleitung. Fachwissen und praxisnahe Übungen werden dabei mit kollegialem Austausch kombiniert. Das Auftaktmodul trug den Titel „Berufsstolz in der Pflege“ – die Teilnehmenden setzten sich mit ihrer Rolle, ihren Erwartungen und ihrem professionellen Selbstverständnis auseinander.

Die konzeptionelle Idee stammt von der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zegelin, die das Pilotprojekt maßgeblich mitentwickelt hat und einzelne Module ehrenamtlich übernimmt. Tobias Strippel, Schulleitung des Canisius Campus, bezeichnet die Verbindung von erfahrenen Dozierenden und jungen Pflegefachkräften als „bundesweit einzigartig“ mit „großem Potenzial für neue Impulse in der Praxis“. Alexandra Kluge, Ausbildungskoordinatorin der Caritas Dortmund, formuliert den Anspruch so: „Mit dem ‚Dortmunder Weg‘ möchten wir die Bereitschaft fördern, die Zukunft der Langzeitpflege aktiv mitzugestalten.“

Auch bei den Teilnehmenden scheint das Konzept anzukommen. Leonie Mikus, eine der Trainees, sagt: „Ich erhoffe mir, durch das Programm mehr Sicherheit im konkreten Handeln und im Umgang mit meiner neuen Verantwortung zu gewinnen.“