Pflegemanagement

Überleitungspflege: Pflegeberatung beginnt schon am Krankenhausbett

Der ambulante Pflegedienst APd startet mit den Augusta Kliniken in Bochum ein Pilotprojekt zur Überleitungspflege. Pflegeberaterinnen besuchen Patient:innen noch vor der Entlassung, schulen Angehörige und unterstützen bei Anträgen. Das Angebot soll auf alle sieben Standorte des Evangelischen Verbunds Augusta Ruhr ausgeweitet werden – möglicherweise auch auf Häuser anderer Träger.

Die Pflegeberaterinnen (v.l.) Desiree Solenski (Diakonie Ruhr) und Lina Unger (APd) beraten beim Projekt Überleitungspflege Patienten und Angehörige in den Krankenhäusern des EVA Ruhr über die pflegerische Anschlussversorgung nach dem Klinikaufenthalt. Foto: Diakonie Ruhr

Der APd, eine Tochter der Diakonie Ruhr und Teil des Evangelischen Verbunds Augusta Ruhr (EVA Ruhr), hat gemeinsam mit den Augusta Kliniken in Bochum ein Pilotprojekt zur Überleitungspflege gestartet. Ziel ist es, Patient:innen und ihre Angehörigen bereits während des Klinikaufenthalts auf die häusliche Versorgung nach der Entlassung vorzubereiten.

Hintergrund ist, dass sich der ambulante Nachsorgebedarf nach einer Krankenhausbehandlung häufig verändert – etwa, wenn erstmals ein Pflegegrad beantragt wird oder zusätzlicher Unterstützungsbedarf entsteht. Die Pflegeberaterinnen Lina Unger und Desiree Solenski suchen die Patient:innen direkt in der Klinik auf. Welche Personen für ein Beratungsgespräch infrage kommen, hat der APd gemeinsam mit dem Entlassmanagement der Augusta Kliniken anhand definierter Kriterien festgelegt. Dazu zählen laut APd die erstmalige Beantragung eines Pflegegrads, eine Höherstufung sowie gesundheitliche Faktoren, die das Risiko einer Pflegebedürftigkeit erhöhen.

Inhaltlich geht es um die Vorbereitung der Angehörigen auf die veränderte Pflegesituation, die Kommunikation mit den Pflegekassen sowie die Information über Unterstützungsangebote. „Ziel ist immer, dass die Menschen so lange wie möglich gut in der eigenen Wohnung leben können“, so Unger.

Ergänzt wird die Klinikberatung durch ein zweites Modul im häuslichen Umfeld. Bei Bedarf vereinbaren die Beraterinnen einen Folgetermin in der Wohnung der Patient:innen. Dort werden Angehörige vor Ort geschult und bauliche Anpassungen besprochen, die zum Erhalt der Selbstständigkeit beitragen können. Solche Maßnahmen seien laut Solenski auch über die Pflegekassen finanzierbar. In den häuslichen Gesprächen werde zudem über weitere ambulante Entlastungsangebote informiert – Solenski verweist dabei ausdrücklich auf Schnuppertage in der Tagespflege.

Die erste Resonanz auf das Pilotprojekt sei nach Angaben des APd durchweg positiv. Geplant ist eine Ausweitung auf alle sieben Krankenhausstandorte des EVA Ruhr in Bochum, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Witten. Auch eine Öffnung für Kliniken anderer Träger in der Region wird in Erwägung gezogen.

Weitere Informationen zum Angebot des APd unter www.diakonie-ruhr.de.