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TI-Erfolg-Teams: Entwickler-Betreiber-Tandems

Softwareentwickler und IT-Dienstleister sind nun gefordert, in der Produktentwicklung voran zu gehen und so den TI-Anschluss der Pflegebranche zu ermöglichen.  

Die TI-Anbindung gelingt: Wenn starke Partner aus der IT-Branche und aus der Pflege zusammenarbeiten. Bild: Andrey Popov - AdobeStock.

Bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur brauchen Pflegedienste und -einrichtungen vor allem das Knowhow starker Partner auf Seiten der IT-Dienstleister und Software-Entwickler. Weil diese spezialisierten Software- und Abrechnungsdienstleister die Bedürfnisse ihrer Kunden in punkto Technik genau kennen, sind sie auch bei der Umsetzung der praktischen TI-Anbindung der „Ansprechpartner Nr. 1“ für die Pflegebetriebe. Sie beraten die Pflegeunternehmen bei der Installation und Anschaffung der erforderlichen Hardware-Komponenten und schulen die Anwenderinnen und Anwender in der Handhabung der neuen Technik. So stellen sie sicher, dass die eingesetzten Softwarelösungen in den TI-Kommunikationsnetzwerken mit den anderen beteiligten Akteuren (Kostenträger, Ärzteschaft, Apotheken etc.) funktionieren.

Die gematik setzt den Rahmen und erteilt Zulassungen

Dabei ist den IT-Unternehmen seitens der gematik, die bei der Zulassung von Komponenten und Diensten in der TI den Hut auf hat, ein klar definierter Rahmen gesetzt. In ihrem Fachportal definiert die gematik eigenen Angaben zufolge „in normativen Konzepten und Spezifikationen interoperable IT-Standards für alle Komponenten und Dienste in der TI“.

Die gematik ist die offizielle Zulassungsstelle für sämtliche TI-Produkte sowie für Anbieter operativer Betriebsleistungen und weiterer Anwendungen. Wenn diese nachweisen können, dass die Anforderungen aus den normativen Steckbriefen der gematik eingehalten werden, erteilt die Agentur  Zulassungen und Bestätigungen für die TI.

Gemeinsam mit den anwendenden Pflegeunternehmen bildeten IT-Unternehmen auch schon in der zurückliegenden Start- und Aufbauphase der Telematikinfrastruktur das entscheidende „Entwickler-Betreiber-Tandem“. Es testete schon bislang TI-Anwendungen wie zum Beispiel KIM in der Praxis von Modellprojekten, identifiziert Schwachstellen und lässt die TI so Schritt für Schritt immer leistungsfähiger werden.

Im täglichen Tun, Ausprobieren und Verbessern der technischen Komponenten gewährleisten IT- und Pflegebranche künftig auch im Regelbetrieb den notwendigen Theorie-Praxis-Transfer beim Aufbau und der Weiterentwicklung einer funktionierenden Telematikinfrastruktur. Schlüsselbegriffe dabei lauten „TI as a Service“ bzw. „TI-Gateway“. Dahinter verbergen sich Full-Service-Angebote von Dienstleistern, mittels derer die TI-Anbindung etwa über Hightech-Konnektoren in Rechenzentren herzustellen ist. Diese Weiterentwicklungen, sei es als „TI as a Service“ oder als TI -Gateway, werden  vielen kleineren Pflegeunternehmen die Bürde abnehmen, selbst Konnektoren anschaffen zu müssen. Und sie sind wichtiges Beispiel dafür, wie die Erfolgs-Tandems aus Entwicklern und Anwendern bei der TI-Anbindung zusammenarbeiten.

Nur funktionierende Technik garantiert Akzeptanz

Entscheidend für die Akzeptanz der TI auf Seiten der Pflegeunternehmen wird nun sein, dass diesen die Anschaffung und der Betrieb der TI-Anwendungen zum Einen refinanziert wird. Und auch, dass die Anwendungen im Praxistest tatsächlich bestehen. Dies war nämlich in der Vergangenheit  nicht immer der Fall. Anna Leonhardi, Geschäftsführerin des Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), der auch Gründungsmitglied des Verbändebündnisses Digitalisierung in der Pflege ist, unterstrich diesen Aspekt auf redaktionelle Nachfrage von Häusliche Pflege Anfang 2024 wie folgt: „Eine reine Anbindung an die TI ist erreichbar, wenn die IT-Infrastruktur bei Trägern und Einrichtungen stimmt. Jedoch bedarf es auch einer auskömmlichen, soliden Refinanzierung, die nicht nur den technischen Aufwand, sondern auch den personellen und strukturellen Aufwand berücksichtigt, und entsprechender Anwendungsfelder, die nicht ,für‘ die Pflegeeinrichtungen, sondern ,mit‘ den Pflegeeinrichtungen aufgestellt und mit Leben gefüllt werden. Zudem muss die Technik zeitgemäß sein. Eine Anbindung über veraltete technische Modelle ist nicht praktikabel, da sie weiteren Mehraufwand zu dem ohnehin bestehenden Mehraufwand durch die Einführung/Umsetzung der TI entsteht und so auch die Akzeptanz verringert.“ In 2024 müsse sich nun erweisen, ob mit einer neuen TI 2.0 „die Anbindung leichter wird und die digitalen Identitäten ebenfalls Vorteile bringen“, sagte Leonhardi.

TI-Atlas: Akzeptanz der Anwender steigt

Mit regelmäßigen Befragungen im Rahmen ihres „TI-Atlas“ erhebt die gematik bei den beteiligten Berufsgruppen und bei Patientinnen und Patienten, wie sich die Akzeptanz für TI-Anwendungen wie KIM oder das E-Rezept verändern. Denn selbstredend steht und fällt der Erfolg der TI bei den Fachanwendern, also z.B. Pflegediensten und Einrichtungen, auch damit, dass zentrale Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA), auch von den Endverbrauchern angenommen werden. Und hier ist man mittlerweile offenbar auf einem guten Weg. Denn laut dem jüngsten TI-Atlas erklärt im Juli 2024, also rund ein halbes Jahr vor dem Start der „ePA für alle“, eine Mehrheit der Menschen in Deutschland (61 Prozent), die die ePA kennen, diese aktiv nutzen zu wollen. Nur vier Prozent der Befragten wollen der Nutzung laut Umfrage widersprechen.

Der digitale Fortschritt zeigt sich auch beim E-Rezept. Laut aktuellem TI-Atlas lösten seit dem Produktivstart Versicherte bereits mehr als 275 Millionen E-Rezepte in Apotheken ein, alleine in diesem Jahr sind es schon mehr als 250 Millionen (Stand Juli 2024).

Auch der E-Mail-Dienst KIM wird laut gematik in immer mehr medizinischen Einrichtungen zur Normalität: In (Zahn-)Arztpraxen sei KIM etabliert (96 bzw. 92 Prozent); 74 Prozent der Krankenhäuser und 22 Prozent der Apotheken arbeiteten mit der Anwendung regelmäßig. Mit KIM werden beispielsweise elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) verschickt oder auch E-Arztbriefe mit Befunden und anderen wichtigen Dokumenten. Die Zahlen des aktuellen TI Atlas zeigten, „dass unsere Anwendungen immer stärker im Alltag der Versicherten, Praxen und Apotheken ankommen und auch nicht mehr wegzudenken sind. Das gibt uns Rückenwind für den Start der ePA für alle im kommenden Jahr“, so Dr. Florian Hartge, Geschäftsführer der gematik.

Fachportal zum Thema

Im „fachportal gematik“ informiert die Agentur umfassend u.a. über aktuelle betriebliche Ereignisse im Rahmen der TI und gibt einen Gesamtüberblick über alle TI-Anwendungen. Diverse Informationsblätter informieren Leistungserbringer u.a. zu Hardware- und Software-Anforderungen, um an die TI angeschlossen werden zu können. Auch listet die gematik hier die Primär-Softwaresysteme (momentan noch auf medizinische Einrichtungen beschränkt (Stand: August 2024), deren Einsatz in der TI sie bestätigt hat.

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