Pflegebedürftige

Hausnotruf aus Einsamkeit: Die wichtige Rolle der Pflegedienste

Über die Feiertage ist die Zahl der Hausnotrufe älterer Menschen deutlich angestiegen. Eine Analyse der Malteser zeigt, dass zehn Prozent der Anrufe keine akuten Notfälle, sondern soziale Hilferufe aufgrund von Einsamkeit sind. Ambulante Pflegedienste stehen dabei im Mittelpunkt, da sie nicht nur medizinische Unterstützung leisten, sondern auch gegen soziale Isolation ankämpfen.

Foto: Lena Kirchner/fuenf.6 für Malteser Hilfsdienst Über die Weihnachtstage bis einschließlich Silvester lösten 9.400 meist ältere Menschen einen Notruf in der Telefonzentrale des Malteser Hausnotrufs aus.

Der Hausnotruf der Malteser verzeichnete über die Weihnachtsfeiertage bis Silvester 9.400 Notrufe von überwiegend älteren Menschen. Alarmierend ist, dass zehn Prozent dieser Rufe keine medizinischen oder akuten Notfälle waren, sondern soziale Hilferufe – ein Indikator für Einsamkeit. Diese Problematik betrifft nicht nur die Feiertage, sondern zieht sich durch das gesamte Jahr.

Ambulante Pflegedienste spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da sie in 30 Prozent der Einsätze kontaktiert wurden, um unterstützend einzugreifen. Damit zeigt sich einmal mehr, dass Pflegedienste neben medizinischer Versorgung auch soziale Nähe bieten müssen.

Die Leiterin der Malteser Hausnotrufzentrale, Sonja Lebensky, betont, dass in vielen Fällen Einsamkeit der Auslöser für Anrufe ist, auch wenn diese als Fehlalarme erscheinen. Hinter rund 9.000 weiteren Anrufen verbirgt sich laut Lebensky eine Dunkelziffer von Menschen, die das Bedürfnis nach Kontakt und Sicherheit äußern.

Herausforderung für Pflegedienste

Ambulante Pflegedienste stehen vor der Herausforderung, nicht nur pflegerische Aufgaben zu erfüllen, sondern auch soziale Isolation zu bekämpfen. Das unterstreicht die Wichtigkeit von zusätzlichem Personal und ehrenamtlichem Engagement.

Die Malteser setzen bereits auf ehrenamtliche Helfer, die in 170 Orten deutschlandweit Hausbesuche machen und in 40 Städten regelmäßige Telefonate mit älteren Menschen führen. Doch die Zahlen verdeutlichen, dass der Bedarf weit über die aktuellen Kapazitäten hinausgeht.

Ein Appell an die Gesellschaft und Politik

Die Ergebnisse zeigen, dass Einsamkeit nicht auf Feiertage beschränkt ist. Lebensky fordert daher, soziale Unterstützungssysteme auszubauen und ambulante Pflegedienste stärker zu fördern. „Einsamkeit kennt keine Feiertage“, sagt sie. „Dieses Gefühl bleibt oft das ganze Jahr bestehen.“

Mehr zum Thema: Caritas und Malteser haben die Ergebnisse des Projekts „Miteinander-Füreinander“ vorgestellt. Sie fordern Hauptamtliche durch öffentliches Geld zu finanzieren, die Ehrenamtliche unterstützen.