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Abtei St. Hildegard gründet eigenen ambulanten Pflegedienst

Die Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim gründen mit der Neuen Humanen Pflege einen ambulanten Pflegedienst. Der Schritt ist Teil eines vom Bund geförderten Pilotprojekts, das die denkmalgeschützte Klosteranlage schrittweise zu einem Quartier mit Pflege, Wohnen und Begegnung entwickeln soll. Personal für alle Ebenen wird derzeit gesucht.

Die Abtei St. Hildegard und die Neue Humane Pflege Beteiligungs GmbH gründen gemeinsam einen ambulanten Pflegedienst: Priorin Sr. Dr. Raphaela Brüggenthies, Äbtissin Sr. Katharina Drouvé, Designerin Elizabeth Ashley Zerhusen, Geschäftsführer Pflegedienst St. Hildegard Ulrich Zerhusen (v.l.n.r.). Foto: Marco Renzing

Die Abtei St. Hildegard und die in Dortmund ansässige Neue Humane Pflege Beteiligungs GmbH haben gemeinsam den ambulanten „Pflegedienst St. Hildegard“ gegründet. Laut Pressemitteilung der beiden Partner handelt es sich um den ersten operativen Baustein eines mehrjährigen Transformationsprozesses, mit dem die Ordensgemeinschaft um Äbtissin Sr. Katharina Drouvé den Fortbestand des benediktinischen Lebens am Standort sichern will.

Versorgung nach innen und außen

Der neue Dienst soll sowohl die pflegebedürftigen Ordensschwestern innerhalb der Abtei als auch pflegebedürftige Menschen in der umliegenden Region versorgen. Für den Aufbau werden aktuell Mitarbeitende in nahezu allen ambulanten Funktionen gesucht: Pflegedienstleitung, examinierte Pflegefachpersonen aus Alten- sowie Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenzen, Pflegehilfskräfte, Betreuungskräfte nach § 43b SGB XI, Hauswirtschaftskräfte sowie Ehrenamtliche für die Präsenz- und Alltagsbegleitung. Bewerbungen laufen laut Mitteilung direkt über Geschäftsführer Ulrich Zerhusen. Explizit gesucht werden Personen, die die Werte der Ordensgemeinschaft mittragen.

Einbettung in ein größeres Quartierskonzept

Der Pflegedienst ist nach Angaben der Abtei nur ein Element eines vielschichtigen Zielbilds. Die Gemeinschaft arbeitet bereits seit mehreren Jahren daran, die Anlage zu einem kleinen Quartier – einem „Haus des Lebens“ – zu entwickeln. Klosterladen und ein integratives Klostercafé sind bereits in Betrieb. Ziel ist es laut Mitteilung, die denkmalgeschützten Gebäude trotz erheblichen Sanierungs- und Investitionsbedarfs zu erhalten und für wertorientierte Partner zu öffnen, die in die klösterlichen Strukturen integriert werden.

Äbtissin Drouvé beschreibt die Kooperation als Suche nach neuen Wegen, um benediktinisches Leben zu bewahren und sich zugleich für gemeinschaftliche Lebensformen zu öffnen. Ulrich Zerhusen von der Neuen Humanen Pflege verweist auf den langfristigen Charakter der Entwicklung, die pflegerische Kompetenz mit dem Wertegerüst des Klosters verbinden soll.

Bundesförderung als Rückenwind

Wegen der überregionalen Bedeutung wurde die Abtei in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aufgenommen. Neben dieser Bundesförderung unterstützt auch die Stadt Rüdesheim am Rhein das Transformationsvorhaben. Die 1904 gegründete Abtei versteht sich als direkte Nachfolgerin der historischen Klöster Hildegards von Bingen und liegt am Eingang zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.

Hintergrund zum Partner

Die Neue Humane Pflege Beteiligungs GmbH wurde 2025 von Ulrich Zerhusen und Stephan Kohorst in Dortmund gegründet. Das Unternehmen beteiligt sich nach eigenen Angaben an inhabergeführten Pflegeunternehmen im Rahmen von Nachfolgelösungen und hat einen Schwerpunkt auf der Transformation von Klöstern und ordenseigenen Einrichtungen aufgebaut. Das mit der Abtei St. Hildegard entwickelte Konzept des „Hauses des Lebens“ gilt dabei als Referenzmodell für den partnerschaftlichen Ansatz mit Ordensgemeinschaften.

Weitere Informationen und Bewerbungen: kontakt@neue-humane-pflege.de