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27. Aug 2021 | Corona

Evangelische Heimstiftung fordert Impfpflicht für Mitarbeitende

„Ich bin ziemlich sicher“ sagt Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, „dass diejenigen Mitarbeitenden, die sich bislang noch nicht für eine Impfung entscheiden konnten, ihre Meinung auch in den nächsten Wochen nicht ändern werden. Deshalb muss der Gesetzgeber jetzt für eine Impflicht sorgen.“
„Wir müssen dieses Gesundheitsrisiko weiter minimieren und dafür sorgen, dass die Impfquoten unter den Mitarbeitenden nocheinmal deutlich nach oben gehen“, erklärt Bernhard Schneider.
Foto: EHS

Es ist nach Überzeugung der Heimstiftung nicht zu verantworten, dass alte Menschen trotz Impfung angesteckt werden und schwer erkranken, weil sich einige Beschäftigte in der Pflege nicht impfen lassen wollen. Gesundheitliche Gründe, die gegen eine Impfung sprechen und die ärztlich bescheigt werden, müssten natürlich akzeptiert werden. "Aber letzlich muss in unserer Gesellschaft das Wohl und die Gesundheit der Schwächsten der entscheidende Maßstab sein", heißt es von der Evangelischen Heimstiftung. Bei den eignen Mitarbeitenden gebe es mit einer Impfquote von "durchschnittlich weniger als 70 Prozent noch deutlich Luft nach oben".

Mit der Impflicht müsse auch die Pflicht eingeführt werden, dem Arbeitgeber den jeweils aktuellen Impfstatus mitzuteilen. "Es ist schon von Anfang der Coronapandemie an unverantwortlich, eine aktive Informationspflicht, die Leben retten kann, hinter datenschutzrechtliche Bedenken zurückzustellen. Wie sollen Bewohner und Mitarbeitende wirksam geschützt werden, wenn es nicht einmal verlässliche Informationen über den Impfstatus gibt", so die Evangelische Heimstiftung.

Die Evangelische Heimstiftung ist Mitglied im Diakonischen Werk. Aktuell werden rund 13.000 Kunden in 156 Einrichtungen betreut. Dazu gehören neun WohnenPLUS-Residenzen, 86 Pflegeheime, 36 Mobile Dienste, 22 Tagespflegen, eine Rehabilitationsklinik und eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Rund 9.300 Mitarbeitende und 850 Auszubildende sind dort beschäftigt.

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1 Kommentare

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Mr.Snail

06. Sep 2021

"Aber letzlich muss in unserer Gesellschaft das Wohl und die Gesundheit der Schwächsten der entscheidende Maßstab sein". Falsch, Herr Schneider, Freiheit und Selbstbestimmung stehen in unserer Gesellschaft erst erster Stelle. Solidarität ist selbstverständlich. Eigentlich freiwillig, ist sie in Deutschland über unsere Sozialsysteme umfassend organisiert. Senioren und Pflegebedürftige erhalten Leistungen, die im historischen und globalen Kontext traumhaft sind. Wir haben eher das Problem festzulegen, wann medizinische Leistungen enden sollten, als wann sie beginnen. Zwei und bald drei Impfungen für Senioren müssen im Zweifel als Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf ausreichen. Null Risiko gibt es nicht. Wollen wir wegen eines Virus unsere freiheitliche Grundordnung in Zweifel ziehen? Wollen wir die Selbstbestimmung der Bürgerer In Frage stellen? Zwangsimpfung oder Arbeitsverbot? Soll das unser Land sein? Ist das Ihr Ernst Herr Schneider?

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