Vergütung

Betreiber fordern zügigere Abwicklung von Pflegeanträgen

„72 Prozent der Träger der Langzeitpflege berichten von hohen Außenständen, z.B. durch die Nichtbearbeitung der Anträge beim Sozialhilfeträger und die fehlende Refinanzierung von Investitionskosten. Bei fast der Hälfte der Träger führen diese hohen Außenstände mittlerweile zu einer wirtschaftlichen Schieflage (48%)“, sagt Thomas Neeb, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des DEVAP e.V. und Geschäftsführer der Johanniter Seniorenhäuser GmbH.

Thomas Neeb, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des DEVAP e.V. und Geschäftsführer der Johanniter Seniorenhäuser GmbH Foto: Hoffotografen

Die Bearbeitung von Anträgen bei Sozialhilfeträgern dauert teils bis zu 1 ½ Jahre. „Diese Vorfinanzierung ohne Zahlung von Verzugszinsen oder ähnliches wäre in der freien Wirtschaft undenkbar: in der gesellschaftlich so wichtigen professionellen Langzeitpflege ist dies an der Tagesordnung und führt regelmäßig bis zu Insolvenzen. Hier helfen nur Regelungen auf Bundesebene, welche die Träger vor langen Bearbeitungszeiten schützen“, so Neeb weiter. „Wir fordern eine schnelle und verlässliche Bearbeitung der Anträge durch die Sozialämter. Zudem könnte eine Abschlagszahlung, die noch während der Bearbeitung erfolgt, die wirtschaftliche Situation der Betreiber deutlich entspannen. Unsere Mitarbeitenden leisten wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft. Es darf nicht sein, dass wir ihnen aufgrund systemischer Ineffizienzen irgendwann die Gehälter nicht mehr pünktlich zahlen können.“

„Die Sozialämter übernehmen die Kosten für Pflegebedürftige, die ihre Pflege nicht selbst finanzieren können. Immer mehr Menschen sind darauf angewiesen. Die langsamen Bearbeitungszeiten durch die Sozialämter bringen Betreiber daher immer häufiger in eine wirtschaftliche Schieflage. Sie versorgen Bewohnerinnen und Bewohner, erhalten dafür aber auf unbestimmte Zeit kein Geld. Das finanzielle Risiko für ausstehende Zahlungen liegt komplett bei den Einrichtungen“, so Neeb abschließend.

Am 17. Oktober hatte der DEVAP seine Strategie 2025-2029 „TROTZDEM Pflege. Für jeden, zu jeder Zeit“ in Berlin veröffentlicht und aktuelle Zahlen aus der Umfrage zur Versorgungssicherheit vorgestellt.