Pflegemarkt
Caritas Eifel übernimmt ambulante Pflege der Stiftung EvA
Die Caritas Eifel führt künftig das ambulante Angebot der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA) fort. Ziel der Kooperation ist es laut beiden Partnern, Versorgungssicherheit zu schaffen und Personalressourcen effizienter einzusetzen.
Zum Jahresende wechselt das ambulante Pflegeteam der EvA zur Caritas Eifel. Wie Kölnische Rundschau auf ihrem Onlineportal berichtet, betrifft die Übergabe rund 150 Kund:innen und 20 Mitarbeitende. Für alle Beschäftigten besteht die Möglichkeit, in ein Arbeitsverhältnis bei der Caritas zu wechseln. Malte Duisberg, Geschäftsführer der Stiftung EvA, erläuterte, dass der Schritt notwendig geworden sei, weil insbesondere Führungspersonal im ambulanten Bereich kaum zu finden war. Trotz externer Rekrutierungsmaßnahmen, Werbeaktionen und eigener Ausbildung habe niemand aus dem aktuellen Jahrgang Interesse an der ambulanten Arbeit gezeigt. Führungskräfte seien noch schwerer zu gewinnen, was die Versorgung zunehmend gefährdet habe.
Die Stiftung EvA konzentriert sich künftig auf ihre Kernbereiche – betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege und stationäre Pflege – in denen rund 220 Mitarbeitende tätig sind. Duisberg betonte, das ambulante Angebot habe sich seit Einführung der Pflegeversicherung bewährt, ließe sich aber unter den aktuellen Arbeitsmarktbedingungen nicht mehr dauerhaft aufrechterhalten. Die Rückmeldungen der Betroffenen auf die Kooperation seien laut EvA positiv ausgefallen. Viele Kund:innen zeigten Verständnis und begrüßten, dass eine kontinuierliche Versorgung gewährleistet bleibe.
Für die Caritas Eifel bedeutet die Übernahme eine Ausweitung ihres bisherigen ambulanten Netzwerks. Vorstand Ute Stolz erklärte, dass die ambulante Pflege seit der Gründung des Verbands im Jahr 1972 eine tragende Säule darstelle. Mit rund 200 Mitarbeitenden und über 1000 Kund:innen sei sie heute der größte Leistungsbereich. Stationäre Pflegeangebote habe die Caritas Eifel dagegen nie betrieben. Die Zusammenarbeit mit der EvA ermögliche, regionale Doppelstrukturen abzubauen und die Versorgung im Kreis Euskirchen auch langfristig zu sichern.
Erkennbar wird die Kooperation künftig auch nach außen: Fahrzeuge des Pflegedienstes tragen beide Logos sowie den Schriftzug „miteinander gepflegt“. Stolz betonte den gemeinsamen Wertehintergrund beider Träger und die Absicht, christliche Zusammenarbeit im ländlichen Raum sichtbar zu machen. Perspektivisch erwartet sie, dass sich weitere kleinere Anbieter aus der ambulanten Pflege zurückziehen könnten. Dann werde man verstärkt kreative Lösungen suchen müssen – etwa die Einbindung von Ehrenamtlichen.
Elisabeth Nosbers, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Pflege bei der Caritas, wies darauf hin, dass man derzeit personell noch gut aufgestellt sei, allerdings mit einer steigenden Wechselbereitschaft konfrontiert werde. Der wachsende Trend, häufiger den Arbeitgeber zu wechseln, erschwere die Personalplanung. Hintergrund sei auch die im Jahr 2020 eingeführte generalistische Pflegeausbildung, die Kranken- und Altenpflege vereint habe. Seitdem habe das Interesse an der ambulanten Pflege spürbar nachgelassen.
Duisberg hob abschließend hervor, dass Arbeitgeber künftig noch stärker auf die persönliche Situation der Mitarbeitenden eingehen müssten, um Pflegekräfte zu halten. Beide Partner sehen die Kooperation daher nicht nur als Reaktion auf den Fachkräftemangel, sondern auch als Modell, um Stabilität in der regionalen Pflegeversorgung zu sichern.
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