Pflegemarkt
Gesundheit und Pflege sind entscheidender Wirtschaftsfaktor
Bayerns Gesundheits- und Pflegewirtschaft (GPflWi) hat sich laut einer aktuellen Zusammenfassung des Verbandes der Privaten Kliniken in Bayern (VPKA) zu einem der zentralen wirtschaftlichen Pfeiler des Freistaats entwickelt. Drei vom Bayerischen Gesundheitsministerium beauftragte Studien, darunter die neue „SEE-Impact-Studie“ des WifOR Instituts, zeigen die Entwicklung der Branche seit 2009 und liefern erstmals auch eine Analyse ihrer sozialen und ökologischen Auswirkungen entlang der gesamten globalen Lieferkette.
Die wirtschaftliche Bedeutung der GPflWi ist erheblich: Im Jahr 2022 betrug ihre Bruttowertschöpfung 65,5 Milliarden Euro – das entspricht 10,1 % der gesamten bayerischen Wirtschaftsleistung. Mit rund 1,3 Millionen Beschäftigten stellt die Branche 16,3 % der Arbeitskräfte im Bundesland. Seit 2013 ist die Bruttowertschöpfung jährlich um durchschnittlich vier Prozent gewachsen – ein Wert, der über dem Wachstum des Maschinenbaus (3,5 %) liegt. Lediglich die Automobilbranche zeigt mit 6,9 % ein stärkeres Wachstum.
Auch im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) zeigt sich die Branche investitionsfreudig: 2022 flossen 967,7 Millionen Euro in F&E, rund 10.100 Beschäftigte sind hier tätig. Zwischen 2013 und 2022 wuchs dieser Bereich jährlich um 1,2 %, was laut VPKA die nachhaltige Ausrichtung auf medizinischen Fortschritt und Zukunftstechnologien unterstreicht.
Die neue SEE-Impact-Studie formuliert sechs zentrale Handlungsfelder, um die Zukunftsfähigkeit der GPflWi in Bayern zu sichern:
- Verbesserung der Behandlungsqualität durch sektorübergreifende Zusammenarbeit.
- Fachkräftesicherung durch Bildungsinitiativen und internationale Anwerbeprogramme.
- Förderung nachhaltiger Technologien und Prozesse im Gesundheitswesen.
- Ausbau der digitalen Infrastruktur, insbesondere E-Health und Telemedizin.
- Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovationsnetzwerken.
- Abbau bürokratischer Hürden zur Entlastung der Branche.
Dr. Ann-Kristin Stenger, Hauptgeschäftsführerin des VPKA, kommentiert die Ergebnisse: „Gesundheit und Pflege sind nicht nur unverzichtbar für die Menschen – sie sind ein zentraler Pfeiler der bayerischen Wirtschaft.“ Sie fordert, die Branche nicht länger als reinen Kostenfaktor zu betrachten, sondern als „Leitökonomie mit Zukunftspotenzial“.
Die Ergebnisse der Studien bestätigen, was viele Pflegeeinrichtungen aus dem Alltag kennen: Die Gesundheits- und Pflegewirtschaft ist nicht nur systemrelevant, sondern wirtschaftlich tragend – und das auch in Krisenzeiten. (hp)
Weitere Informationen auf der Website des VPKA Bayern
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