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Kostensteigerung bei Bauprojekt: ASB Sömmerda muss sich sanieren
Aufgrund „nicht vorhersehbarer Mehrkosten“ eines Bauprojekts zu einem barrierefreien Wohnhaus mit einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft ist der ASB Kreisverbands Sömmerda in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und nutzt nun ein Verfahren in Eigenverwaltung, um sich neu aufzustellen.
Am 1. November eröffnete das Amtsgericht Erfurt das Eigenverwaltungsverfahren für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Kreisverband Sömmerda e. V., wie das Gericht mitteilte. Zum Sachwalter bestellte es Rechtsanwalt Thomas Beck von der Kanzlei Beck Rechtsanwälte. Der Verein geriet infolge unerwarteter Mehrkosten bei einem Bauprojekt in Buttstädt in wirtschaftliche Schieflage. Damit will sich der Kreisverband mithilfe gerichtlicher Sanierungsinstrumente neu aufstellen und seine Aufgaben im sozialen Bereich langfristig sichern.
Die Geschäftsführerin Katrin Hauer betonte laut ASB Sömmerda, dass der Geschäftsbetrieb trotz der finanziellen Belastungen ohne Unterbrechung fortgeführt werde. Sie verwies auf die große Loyalität der rund 360 hauptamtlichen und 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit Behörden. Die Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsführung, das operative Geschäft fortzuführen, während externe Sanierungsexpert:innen die Neuausrichtung begleiten.
Zum Sanierungsteam gehört Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, unterstützt von seinen Kolleginnen Ines Adam und Julia Schilling. Ettelt erklärte, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuaufstellung seien günstig. Sowohl die Rückendeckung der Mitarbeiterschaft als auch die Abstimmung mit Kostenträgern und Verwaltung verlaufen laut Ettelt positiv. Ziel sei ein Abschluss des Verfahrens bis Mitte 2026.
Kern des Sanierungskonzepts sind ein Insolvenzplan und ein strukturierter Investorenprozess. Für das historische Amtsgericht in Buttstädt, das derzeit zum barrierefreien Wohnhaus mit einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft umgebaut wird, sucht das Team einen neuen Eigentümer. Die Investorensuche liegt in den Händen von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG. Er erklärte, dass die Immobilie langfristige Perspektiven biete und man intensiv nach geeigneten Käufern suche.
Steven Urbich von der ETL Unternehmensberatung AG verantwortet die Kostenstellenplanung im Verfahren. Er hob hervor, dass der ASB Sömmerda für die Region zentral sei und es höchste Priorität habe, die finanzielle Basis des Vereins zu sichern. Der stabile Kern des Geschäftsbetriebs biete laut Urbich eine solide Grundlage für die Sanierung.
Die wirtschaftlichen Probleme des Vereins gehen auf das 2021 gestartete Umbauprojekt in Buttstädt zurück. Pandemiebedingte Lieferengpässe, Kostensteigerungen im Bauwesen und gestiegene Energiepreise führten zu unvorhersehbaren Mehrbelastungen. Um die Fortführung der sozialen Arbeit zu gewährleisten, nutzte der Verein nun die Möglichkeiten eines gerichtlichen Eigenverwaltungsverfahrens.
Sachwalter Thomas Beck betonte, dass der Verein über eine engagierte Geschäftsführung und qualifizierte Mitarbeiterschaft verfüge. Der Austausch mit dem Gläubigerausschuss verlaufe konstruktiv, und der Wille, die soziale Arbeit fortzusetzen, sei bei allen Beteiligten spürbar. Beck äußerte sich optimistisch, dass die Sanierung des gemeinnützigen Trägers gelingt.
Der ASB Sömmerda, mit rund 3 200 Mitgliedern, betreibt Einrichtungen und Dienste für Kinder, Jugendliche, Senior:innen und Geflüchtete. (lon)
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