Ambulanter Pflegemarkt

Linimed und FAZMED fusionieren zum neuen AKI-Großanbieter

Die Jenaer Linimed GmbH übernimmt zum 1. Juni 2026 die Sonneberger FAZMED GmbH vollständig. Damit entsteht laut den Unternehmen einer der größten Anbieter für außerklinische Intensivpflege in Thüringen, Bayern, Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Beide Firmen arbeiten seit der FAZMED-Gründung 2008 eng zusammen.

Susanne Michel, Geschäftsführerin der FAZMED GmbH, zusammen mit Christian Ruppe (r.) und David Bock (l.), Geschäftsführer der Linimed GmbH Foto: Linimed

Die Integration der FAZMED GmbH in die Linimed GmbH ist nach Angaben beider Unternehmen die konsequente Fortführung einer langjährigen Kooperation. Seit der Gründung von FAZMED im Jahr 2008 bestehen enge Verbindungen zwischen den Häusern. Bislang teilten sie sich die Regionen auf: Linimed bediente Mittel- und Nordthüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, FAZMED war in Südthüringen und Nordbayern aktiv. Diese regionale Ergänzung wird nun unter einem Dach zusammengeführt.

Zwei etablierte Träger mit unterschiedlichem Profil

Linimed existiert laut Unternehmensangaben seit 1994, beschäftigt rund 800 Mitarbeitende und betreibt 17 Standorte in vier Bundesländern. FAZMED versorgt derzeit über 120 Patient:innen – Kinder wie Erwachsene – in 14 spezialisierten Wohngemeinschaften sowie in der häuslichen 1:1-Intensivpflege. Mit der Fusion kommen Nordbayern und Südthüringen als Versorgungsgebiete unter das Dach von Linimed hinzu.

Branchendruck als Treiber

Die Unternehmen begründen den Zusammenschluss ausdrücklich mit den verschärften Rahmenbedingungen in der Pflegebranche. Sie verweisen auf rund 5,7 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland, steigende Versorgungskosten, den anhaltenden Fachkräftemangel sowie die seit 2021 geltende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur außerklinischen Intensivpflege (AKI-Richtlinie), die Anbieter vor erhebliche organisatorische und qualitative Anforderungen stellt. Die Fusion soll helfen, diesen Herausforderungen mit gebündelten Strukturen und Ressourcen zu begegnen.

Geschäftsführungen betonen Qualitätssicherung und Digitalisierung

„Unsere Prozessstärke und die klare Ausrichtung auf Qualität sind zentrale Erfolgsfaktoren“, erklären Christian Ruppe und David Bock, Geschäftsführer der Linimed GmbH, in einer gemeinsamen Mitteilung. Mit dem Zusammenschluss wolle man eine stabile Basis schaffen, um den hohen Qualitätsanspruch dauerhaft zu sichern.

FAZMED-Geschäftsführerin Susanne Michel ergänzt, beide Unternehmen profitierten von der Zusammenarbeit. Im Fokus stünden Digitalisierung, gezielte Investitionen und ein verlässliches Umfeld für Patient:innen und Mitarbeitende.

Versorgung und Teamstrukturen sollen bestehen bleiben

Für Patient:innen, Angehörige und Beschäftigte soll sich laut den Unternehmen am pflegerischen Alltag nichts Grundlegendes ändern. Die Pflegefachkräfte arbeiteten weiterhin in kleinen, festen Teams. Dem Fachkräftemangel wolle man unter anderem mit Fort- und Weiterbildungsangeboten über die hauseigene Linimed Akademie sowie einem praxisnahen Ausbildungsprogramm begegnen.