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Medizinischer Dienst Bayern: 455 Pflege-Beschwerden 2025

Beim Medizinischen Dienst Bayern gingen im Jahr 2025 insgesamt 455 Beschwerden über ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen ein. Das geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht des Beschwerdemanagements hervor. In 55 Prozent der geprüften Fälle bestätigten sich die Vorwürfe überwiegend oder teilweise.

MD Bayern
"Bei den Beschwerden zu möglichen Missständen stellen wir im Verlauf der letzten Jahre eine stetige Zunahme fest", beobachtet Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bayern. Foto: MD Bayern

Nach Angaben des MD Bayern bezogen sich die 455 Beschwerden auf 343 Pflegeeinrichtungen. 234 Beschwerden richteten sich gegen stationäre Einrichtungen, davon 222 gegen Pflegeheime und 12 gegen Tagespflegen. Auf ambulante Versorgungsformen entfielen 221 Beschwerden, darunter 196 gegen Pflegedienste, 18 gegen ambulant betreute Wohngemeinschaften und 7 gegen Angebote im betreuten Wohnen. Gegenüber 2024 mit 449 Beschwerden stieg das Niveau um ein Prozent. Zusätzlich führte das Fachanfragenmanagement laut Bericht 438 Beschwerdeberatungen durch.

Mitarbeiterverhalten häufigster Beschwerdegrund

Die häufigsten Beschwerdegründe waren laut Bericht „Mitarbeiter- und Führungsverhalten“ mit 357 Nennungen, „Pflege“ mit 287 und „eingesetztes Personal und dessen Qualifikation“ mit 200. Insgesamt wurden den 455 Beschwerden 1.550 Beschwerdegründe zugewiesen. Im Schnitt umfasste jede Beschwerde damit 3,4 Beschwerdegründe, gegenüber 3,3 im Vorjahr.

Anlassprüfungen bestätigen Vorwürfe mehrheitlich

Auf Basis der Beschwerden empfahl der MD Bayern der Arbeitsgemeinschaft der Kranken- und Pflegekassenverbände in Bayern (ARGE) verschiedene Maßnahmen. 2025 wurden 149 unangekündigte Anlassprüfungen und 45 zeitlich vorgezogene Regelprüfungen durchgeführt. Am häufigsten bestätigten sich dabei Mängel in der Pflege (62 Fälle), bei Medikamenten und Betäubungsmitteln (29) sowie beim eingesetzten Personal (24). Auch bei Mitarbeiterverhalten und Ernährungs- bzw. Flüssigkeitsversorgung wurden in je 20 Fällen Defizite bestätigt.

Anonyme Meldungen dominieren die Eingänge

Die meisten Beschwerden kamen nach Angaben des MD Bayern von anonymen Personen (161), gefolgt von An- und Zugehörigen der Pflegebedürftigen (126) sowie von aktiven oder ehemaligen Mitarbeitenden von Pflegeeinrichtungen (111). Pflegebedürftige selbst meldeten sich in 19 Fällen. Am häufigsten erreichten die Beschwerden den MD Bayern über das Online-Kontaktformular (255) und per E-Mail (146). Verantwortlich für den Bericht zeichnet Dr. Marianna Hanke-Ebersoll, Leiterin des Bereichs Pflege.