Digitalisierung
Neuer Digitalverband will Pflegeverbände einbinden
Der Co-Vorsitzende des neu gegründeten Digitalverbandes VdSP, Andreas Fischer, hat die Leistungserbringerverbände in der Pflege dazu eingeladen, dem Verband beizutreten. Fischer sagte bei der Pressekonferenz anlässlich der Gründung des VdSP in Essen, der Verband sei zudem offen für neue Mitglieder aus der IT-Branche, darunter auch kleinere Unternehmen oder Start-ups.
Der Verband für digitale Standards in der Pflege (VdSP) ist federführend von den beiden führenden Abrechnungsdienstleistern, der opta data Gruppe und der BfS Abrechnungs GmbH, ins Leben gerufen worden. Ziel ist es nach eigenem Bekunden, die Digitalisierung der Pflegebranche einschließlich ihrer Refinanzierung vorantreiben, beispielsweise die Einführung des elektronischen Leistungsnachweises oder des digitalen Genehmigungsverfahrens.
Offene Standards gefordert
„Wir brauchen offene digitale Standards“, sagte Andreas Fischer, der Geschäftsführer der opta data Gruppe ist. Jeder, der möchte, könne diese Standards anwenden und umsetzen. „Natürlich könnten wir als Marktführer viele Standards nach vorne treiben“, sagte Fischer. Ziel sei es aber, sich mit anderen Playern zu vernetzen und die Standards gemeinsam zu erarbeiten. Erforderlich sei dazu auch der Dialog mit den Pflegeeinrichtungen und ihren Verbänden.
Pflege hat keine starke Lobby
Carsten Steinhoff, Co-Vorsitzender des VdSP und Geschäftsführer der BfS Abrechnungs-GmbH sagte: „Wir haben in Deutschland eine starke Ärztelobby, eine mächtige Pharmaindustrie und nicht zuletzt sehr selbstbewusste Kassen, die gut organisiert sind – dies alles hat die Pflege nicht. Dadurch stehen unseren Kundinnen und Kunden wesentliche Prozesse nicht zur Verfügung, gerade im Bereich der Abrechnung. Was vorherrscht sind manuelle, analoge und zeitraubende Wege, die monatlich wichtige Care-Zeit in Anspruch nehmen. Mit unserem Engagement im VdSP möchten wir dazu beitragen, digitale und somit fortschrittliche Prozesse in der Pflege zu etablieren.“ Es brauche eine Interoperabilität. Insellösungen einzelner Kostenträger beispielsweise seien zu vermeiden.
Gespräche mit der Gematik
Entscheidend sei die Rolle der Gematik, betonten die beiden Vorsitzenden. „Wir haben in der kommenden Woche erste Gespräche mit der Gematik und sehen uns hier als Beschleuniger“, sagte Steinhoff. Die Gematik ist die zentrale Organisation für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Sie entwickelt, betreibt und koordiniert die Telematikinfrastruktur (TI). (ls)
Ein ausführliches Interview mit dem VdSP-Co-Vorsitzenden Andreas Fischer lesen Sie hier.
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