News

Niedersachsen stärkt Pflegeausbildung mit neuer Ombudsstelle

In Niedersachsen soll eine neue Ombudsstelle Konflikte in der Pflegeausbildung entschärfen. Sozialminister Andreas Philippi (SPD) stellte im Landtag den Gesetzentwurf zur Änderung des Gesundheitsfachberufegesetzes vor. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu verringern und die Fachkräftesicherung zu verbessern.

Andreas Philippi
Auszubildende in der Pflege halten – das möchte Andreas Philippi, Sozialminister in Niedersachsen, durch unabhängige Ombudspersonen erreichen, die bei Konflikten weiterhelfen. Foto: ms

Die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung sei ein wichtiges Ziel der Landesregierung, betonte Philippi. Zwar steige die Zahl der Pflegeauszubildenden seit 2022 kontinuierlich um rund 350 Plätze pro Jahr, doch viele beendeten ihre Ausbildung nicht. Diese fehlenden Fachkräfte belasteten später die Einrichtungen erheblich. Die Senkung der Abbruchquote sei daher ein zentrales Anliegen der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen.

Unabhängige Ombudspersonen sollen vermitteln

Das geplante Gesetz sieht vor, bei Konflikten zwischen Auszubildenden und Ausbildungsträgern eine neutrale Schlichtung zu ermöglichen. „Viele Ausbildungsabbrüche wären vermeidbar, wenn es gelänge, Probleme frühzeitig auszuräumen“, sagte Philippi. Die neue Ombudsstelle wird bei der Pflegeausbildungsfonds Niedersachsen GmbH angesiedelt. Dadurch könnten die entstehenden Kosten aus der Verwaltungskostenpauschale finanziert werden, die im Rahmen der Umlagefinanzierung der Pflegeausbildung erhoben wird. Ombudspersonen mit Erfahrung in der Pflegeausbildung sollen ehrenamtlich, aber unabhängig tätig sein. Es sollen so viele Ombudspersonen bestellt werden, dass die Verfahren zügig durchgeführt werden können.

Verfahren ist freiwillig und kostenfrei

Sowohl Auszubildende als auch Ausbildungsträger können künftig ein Ombudsverfahren beantragen. Das Verfahren soll zügig, kostenlos und unbürokratisch ablaufen. Es endet mit einem Vorschlag zur Streitbeilegung durch die jeweils zuständige Ombudsperson. Mit diesem Schritt ergänze das Land „einen weiteren Baustein zur Fachkräftesicherung in der Pflege“, erklärte Philippi.