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Pflegeausbildung: Rückgang mit regionalen Unterschieden

„Diese Pflege-Zahlen sind ein Schock“ titelte die BILD-Zeitung im Juli 2023, als Destatis die offiziellen Zahlen zum dritten Jahrgang der generalistischen Pflegeausbildung vorlegte. Der Hintergrund: 2022 gab es deutlich weniger neue Pflegeauszubildende als 2021. Der deutsche Pflegeausbildungsindex PIX analysiert die Zahlenwerte und benennt Herausforderungen.

Das Durchschnittsalter bei Ausbildungsbeginn im Bereich Pflege lag 2022 bei 21 Jahren und stieg im Vergleich zu 2020 um ein Jahr. Bild: Adobe Stock/bluedesign.

Destatis legt jeweils im Juli eine amtliche Pflegeausbildungsstatistik vor – jeweils mit dem Stichtag 31.12. Mit Vorlage der Werte zum 31.12.2022 sind erstmals alle drei Jahrgänge der Generalistik erfasst. Und die machen einen in Teilen ernüchternden EIndruck: Im Jahr 2022 (Stichtag 31.12.) haben lediglich 52.140 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann begonnen. 2021 waren es noch 56.259 Neuverträge zum Jahresende gewesen, 2020 exakt 53.610. Während man sich also zuletzt noch über eine Steigerung der Pflegeausbildung um fünf Prozent von 2020 auf 2021 hatte freuen können, sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 2021 auf 2022 um rund sieben Prozent.

„Ein genauer Blick in die Zahlenwerte, die Destatis liefert, offenbart einige bemerkenswerte Tendenzen“, erklärt Dr. Stefan Arend vom Institut für Sozialmanagement und Neue Wohnformen in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“. Der Experte hat das den Pflegeausbildungsindex PIX entwickelt, ein Dokumentations- und Analysetool zur Pflegeausbildung in Deutschland. Insgesamt müssten demnach alle Bundesländer (bis auf Rheinland-Pfalz) einen Rückgang der Ausbildungszahlen hinnehmen, wobei der Rückgang der absoluten Zahlen in Nordrhein-Westfalen um immerhin 1.143 Plätze (- 9 %) besonders auffällig sei. Wenig erfreulich sei aber auch die Entwicklung in Bayern: „Dort nahm die Zahl der Auszubildenden seit Einführung der Generalistik im Gegensatz zu vielen Bundesländern, die zumindest 2021 einen leichten Zuwachs hatten, kontinuierlich um knapp 800 Ausbildungsplätze ab“, so Dr. Arend.

„Seit Jahren Stillstand in Sachen Pflegeausbildung“

Festgehalten werden müsse auch, dass in Bayern rechnerisch lediglich 1,3 Pflegeauszubildende (alle drei Ausbildungsjahrgänge zusammen) auf 1.000 Bewohner:innen kämen, im Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt seien es zum Teil deutlich mehr als zwei Pflegeschüler:innen pro 1.000 Bewohner:innen. „Diese großen regionalen Unterschiede lassen sich nur schwer erklären, ebenso wie die regional sehr unterschiedlichen Abbrecherquoten“, unterstreicht der Experte.

„Mit insgesamt rund 143.100 Auszubildenden über alle drei Ausbildungsjahre werden die Zielsetzungen der Konzertierten Aktion Pflege und der entsprechenden Ausbildungsoffensive bei weitem nicht erreicht, trotz umfassender Imagekampagnen und einer auch im Vergleich zu anderen Berufen exzellenten Ausbildungsvergütung“, so Dr. Arend. „Rein quantitativ herrscht seit Jahren Stillstand in Sachen Pflegeausbildung in Deutschland.“

Lesen Sie den ganzen Beitrag in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“.