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Tarif: AWO NRW weist Verdi-Forderung als „völlig überzogen“ zurück

Die Arbeitgeber der AWO in Nordrhein-Westfalen haben die Tarifforderungen von Verdi kritisiert. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem 500 Euro mehr für alle Vollzeitkräfte.

Die Gewerkschaft Verdi hat in der ersten Tarifrunde eine pauschale Lohnerhöhung von 500 Euro für Vollzeitkräfte bei der AWO in Nordrhein-Westfalen gefordert. Foto: Adobe Stock/stockfotos MG

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen am 20. Januar in Düsseldorf forderte Verdi eine pauschale Erhöhung von 500 Euro für Vollzeitkräfte sowie eine entsprechende Anpassung für Teilzeitkräfte. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft drei weitere Urlaubstage ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder.

Arbeitgeber legen kein Angebot vor

Gero Kettler, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes AWO Deutschland, bezeichnete die Forderungen als nicht ernstzunehmend. Im Durchschnitt entspräche dies einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent. „Jedem ist klar, dass das nicht realistisch ist“, so Kettler. Die Arbeitgeber legten in dieser Verhandlungsrunde kein eigenes Angebot vor.

Kettler verwies auf die angespannte finanzielle Lage: „Wir erleben momentan massive Verschiebungen zwischen den Sozialhaushalten des Bundes und der Länder. Damit wird der finanzielle Spielraum für alle Träger von sozialer Arbeit enger.“

Kritik an Gewerkschaftsstrategie

Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW, bezeichnete die 500-Euro-Forderung als „PR-Gag“ für die Mitgliederwerbung der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber verwiesen darauf, dass Verdi in parallel laufenden Tarifverhandlungen mit anderen Parteien zurückhaltendere Forderungen stelle.

Die zweite Tarifrunde ist für den 10. Februar angesetzt. Von den Verhandlungen sind rund 50.000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen betroffen.