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VdPB will dem Deutschen Pflegerat beitreten

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hat einen Mitgliedsantrag beim Deutschen Pflegerat gestellt. Der Beitritt soll die Interessen der bayerischen Pflegekräfte auf Bundesebene stärken, weil der VdPB damit Teil einer vom Bundesgesetzgeber anerkannten „Maßgeblichen Organisation der Pflege“ wird.

Rita Zöllner, Präsidentin Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB)
Rita Zöllner, VdPB-Präsidentin Foto: VdPB

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) strebt eine Mitgliedschaft beim Deutschen Pflegerat (DPR) an. Wie die VdPB am 15. Januar 2026 mitteilte, hat das Präsidium der Körperschaft des öffentlichen Rechts in dieser Woche einen formalen Mitgliedsantrag beim DPR eingereicht. Grundlage für diesen Schritt sei ein Beschluss der Delegiertenversammlung vom vergangenen Herbst gewesen.

Laut VdPB-Präsidentin Rita Zöllner bestehe bereits seit längerer Zeit ein vertrauensvoller Austausch mit dem DPR. Eine Satzungsänderung des Pflegerats habe Organisationen der beruflichen Selbstverwaltung erst die Möglichkeit zur Mitgliedschaft eröffnet. Der Grundstein für den Beitritt sei bereits vor ihrer Amtsübernahme gelegt worden, so Zöllner. Nach ihrer Wahl zur Präsidentin im November 2025 habe sie die Gespräche mit DPR-Präsidentin Christine Vogler fortgeführt.

Bundespolitische Stärkung als Ziel

Die Gespräche zwischen den beiden Präsidentinnen seien konstruktiv verlaufen, berichtet die VdPB. Alle entscheidenden Punkte seien zügig geklärt worden. Zöllner betonte, dass die Vorarbeit des vorherigen VdPB-Präsidiums dazu beigetragen habe.

Mit dem Beitritt zum DPR, den der Bundesgesetzgeber als sogenannte „Maßgebliche Organisation der Pflege“ anerkennt, will die VdPB die Perspektive der beruflich Pflegenden in Bayern auch bundespolitisch stärker positionieren. Die Profession Pflege solle in ihrer Bedeutung politisch auf allen Ebenen wahrgenommen und als Einheit verstanden werden, erklärte Zöllner.

Politischer Kontext: DPR vor Monopolstellung?

Der geplante Beitritt der VdPB fällt in eine Zeit, in der die Rolle des Deutschen Pflegerats politisch an Gewicht gewinnen könnte. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) plant nämlich, den DPR in einer Pflegeberufebeteiligungsverordnung als einzige maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene anzuerkennen. Diese Pläne hatte Ministerialdirigentin Maria Becker demnach beim Bundeskongress des Deutschen Verbands der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen (DVLAB) Ende November in Berlin bekräftigt.

Der DVLAB kritisiert diese Entwicklung scharf. Der Verband bezeichnete den Referentenentwurf in seiner Stellungnahme als „zutiefst undemokratisch“ und warnte vor einer Monopolisierung zugunsten einer einzigen Organisation. Laut DVLAB würde der Verband seinen stimmberechtigten Sitz im Qualitätsausschuss verlieren und bei Gesetzgebungsverfahren nicht mehr beteiligt werden.

Zum Hintergrund: Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern wurde 2017 auf Grundlage des Pflegendenvereinigungsgesetzes gegründet, das der Bayerische Landtag verabschiedet hatte. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts vertritt sie professionelle Pflegekräfte in Bayern. Die Mitgliedschaft ist für professionell Pflegende freiwillig und kostenlos.