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Wohlfahrtsverband fordert „Sozialen Digitalisierungs-Pakt“

Digitalisierung ist neben Gemeinwohlorientierung und Quartiersentwicklung Schlüssel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Das zeigt die jüngst veröffentlichte Studie „Wirkungsvolle Zukunft der Wohlfahrtspflege“ im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Bezugnehmend auf deren Ergebnisse fordert der Verband einen „Sozialen Digitalisierungs-Pakt“ für die Sozialwirtschaft.

Digitalisierung ist neben Gemeinwohlorientierung und Quartiersentwicklung Schlüssel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Foto: Pixabay

Die Studie der Steinbeis School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) beleuchtet Lösungsansätze vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Wohlfahrtspflege, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, die zunehmende Digitalisierung und den Fachkräftemangel. Dazu wurden 284 Mikrotrends aus insgesamt 29 Ländern, Impulse von 12 Expert:innen und 30 Seiten Tiefenanalyse zu ausgewählten Themenstellungen ausgewertet.

Die sozialpolitische Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg, Uta-Micaela Dürig, unterstrich anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse: „Mit der global angelegten Studie haben wir wichtige Impulse zusammengetragen. Insbesondere zeigt sich, dass die maßgeblichen Erfolgsfaktoren zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen Digitalisierung, eine verstärkte Gemeinwohlorientierung und Quartiersentwicklung sind. Ein spezifisches Investitionsprogramm für mehr Digitalisierung in der Sozialwirtschaft ist ein Muss, wenn wir Menschen zu mehr Lebensqualität verhelfen, dem Personalmangel begegnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land stärken wollen. Investitionen in die Soziale Arbeit sind Zukunftsinvestitionen.“ Daran zu sparen, sei kontraproduktiv: „Die globale Studie zeigt, dass sich Investitionen in Soziale Arbeit rechnen, weil auch gesellschaftliche Folgekosten eingespart werden können. Der Social Return on Investment (SRoI) ist messbar!“, so Dürig.

Digitalisierung verstärkt erproben und schneller einsetzen

„Zur Nutzung der enormen Chancen durch den Einsatz von KI und Digitalisierung in der Sozialen Arbeit braucht die Sozialwirtschaft aber eine entsprechende Förderung: Ein Sozialer Digitalisierungs-Pakt ist für die Sozialwirtschaft dringend notwendig. Mit der erforderlichen finanziellen Unterstützung kann dann Digitalisierung verstärkt erprobt und schneller eingesetzt werden, wie wir dies im Ausland längst sehen“, so die Vorständin. Das kürzlich eröffnete zweite KI-Studio in Stuttgart sei ein wichtiger Schritt zum Wissensaufbau, reiche aber nicht, um Digitalisierung flächendeckend einsetzen zu können.
Dr. Ineke Blumenthal, Projektleiterin der Studie, sagte: „Die Studie zeigt auf, dass die Digitalisierung die freie Wohlfahrtspflege vielfältig bei der Zukunftsgestaltung unterstützen kann. Gleichzeitig legen die Ergebnisse nahe, dass es weiterhin entscheidend auf den Menschen ankommt und wie er neue Möglichkeiten der digitalen Infrastruktur einsetzt, um Gemeinschaft aktiv zu gestalten. Es scheint nur konsequent, Digitalisierungspotenziale gemeinsam mit den vielfältigen Akteuren der freien Wohlfahrtspflege in verschiedensten Projekten zu erschließen.“

Studienergebnisse zum Cluster Digitalisierung/Digitale Hilfsmittel

  • Digitale Hilfsmittel bieten insbesondere Potenzial, Akteure im Wohlfahrtssystem zu entlasten, Personalgewinnung und -bindung zu fördern sowie Rekrutierungsvorhaben zu unterstützen:
  • Personalbindung und –gewinnung:
  • Die Onboarding-App aus Österreich insbesondere für neue mobile Pfleger*innen in der ambulanten Pflege: Alle wichtigen Informationen sind komfortabel über die App mobil erhältlich und direkte Hilfestellungen abrufbar bzw. direkte Unterstützung erhältlich. Damit ist niemand insbesondere in den ersten Wochen allein und Unsicherheiten werden gerade zu Beginn der Tätigkeit minimiert, weil beispielsweise Wissensmanagement bis Kontaktdaten zu allen Kolleg*innen direkt abrufbar sind.
  • Attraktivität als Arbeitgeber:
  • Der Einsatz von Virtual Reality zur Darstellung von Einrichtungen, der reale Begebenheiten und Alltagssituationen erlebbar macht und ermöglicht, teils auch schon in Kontakt mit dem jeweiligen Arbeitsteam in Alltagssituationen zu kommen.
  • Digitalisierung in der Pflege:
    Insbesondere für die häusliche Pflege und Betreuung werden zunehmend Services über digitale Anwendungen organisiert und intelligente Produkte sowie vernetzte technische Systeme entwickelt wie z. B. Roboterlösungen; Ziel dabei vor allem: den stationären Betreuungsbedarf zu reduzieren und möglichst lange die Selbständigkeit bis ins hohe Alter zu fördern; dies wird beispielsweise unterstützt durch ein vernetztes, intelligentes Management der Schnittstellen zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Zur Präsentation der Studie durch den Verband