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Zieglersche warnen trotz Wachstum vor Sparpolitik zulasten der Pflege

Die Zieglerschen haben 2025 ihren Umsatz gesteigert und Angebote ausgebaut. Gleichzeitig warnt das diakonische Sozialunternehmen vor politischen Sparmaßnahmen, die Pflege, Eingliederungshilfe und Patient:innen gefährden könnten.

Eine Grafik symbolosiert eine Statistik.
Die Zieglerschen konnten im vergangenen Jahr wirtschaftlichens Wachstum verzeichnen. Bild: alexdndz - AdobeStock.

Die Zieglerschen blicken laut Jahresbericht 2025 auf ein „wirtschaftlich stabiles Jahr“ zurück. Die Umsatzerlöse stiegen von 243,4 auf 258,8 Millionen Euro, gleichzeitig wuchs die Zahl der betreuten Menschen auf 8.940. Vorstandsvorsitzender Gottfried Heinzmann betont: „Ich freue mich sehr, dass wir unsere Angebote ausweiten konnten und unsere fachlich qualifizierte Hilfe dadurch mehr Personen zugutekommen kann.“ Ziel bleibe, die Angebote konsequent an aktuelle Anforderungen anzupassen und dabei die Patient:innen und Klient:innen in den Mittelpunkt zu stellen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Hoher Investitionsbedarf durch gesetzliche Vorgaben

Trotz stabiler Zahlen steht das Unternehmen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. In den kommenden Jahren planen die Zieglerschen Investitionen von rund 100 Millionen Euro, davon bereits 27 Millionen Euro im Jahr 2025. Treiber sind unter anderem Vorgaben wie die Landesheimbauverordnung, Brandschutzauflagen und das Gebäudeenergiegesetz. Zu den größten Projekten zählen der Neubau mit Teilsanierung des Karlsstifts in Schorndorf sowie die neue NEULAND-Werkstatt in Wilhelmsdorf. Kaufmännischer Vorstand Markus Lauxmann erklärt: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Wachstum nur im Einklang mit stabilen Finanzkennzahlen anzustreben.“

Warnung vor Kürzungen in Pflege und Eingliederungshilfe

Mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen äußert die Unternehmensführung deutliche Kritik. Heinzmann warnt vor den Folgen öffentlicher Sparmaßnahmen: „Milliardenlücken im öffentlichen Haushalt führen zu einem enormen Konsolidierungsdruck.“ Statt gezielt Bürokratie abzubauen, drohe ein breites Sparpaket „mit weitreichenden Folgen – für die Eingliederungshilfe, die Pflege, die Mitarbeitenden […] und vor allem für hilfsbedürftige Menschen“. Auch Lauxmann sieht Risiken durch „Standardisierungen, Leistungseinschränkungen und begrenzte Refinanzierungen von Tarifsteigerungen“, die zu einer strukturellen Unterfinanzierung führen könnten.

Forderung nach verlässlichen Rahmenbedingungen

Die Zieglerschen schließen sich daher der Initiative „Nicht am Menschen sparen“ an, in der sich zahlreiche Träger der Sozialwirtschaft zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, auf die Bedeutung stabiler Finanzierung für Pflege, Unterstützungssysteme und Mitarbeitende hinzuweisen. Das Unternehmen kündigt an, die politische Entwicklung weiter kritisch zu begleiten und sich klar für die Interessen von Patient:innen und Mitarbeitenden einzusetzen.