Exklusiv
Prof. Klie: Ambulant betreute WGs akut gefährdet – das ist unverantwortlich!
Auf dem Papier sind sich Poltik und Verwaltung einig, dass neue Wohnformen, innovative Versorgungskonzepte und insbesondere ambulant betreute Wohngemeinschaften gefördert werden sollen. Doch nun gefährde die FDP mit ihrer Austeritätspolitik ambulant betreute Wohngemeinschaften, kommentiert Prof. Dr. Thomas Klie in „Häusliche Pflege“.
Der Sozialexperte und Pflegerechtler Prof. Dr. Thomas Klie macht es in der September-Ausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“ noch einmal ganz deutlich: „Ohne ambulant betreute Wohngemeinschaften wird man eine wohnortnahe Pflege und Versorgung nicht gewährleisten können, ohne sie werden gerade für Menschen mit Demenz so wichtige kollektive Lebens- und Versorgungsformen in der Fläche nicht zu haben sein.“
Zudem genössen sie Sympathien in der Bevölkerung und seien bei Pflegekräften als Arbeitsplatz ausgesprochen beliebt. Was die investiven Kosten anbelange, so seien sie auch noch konkurrenzlos günstiger als vollstationäre Pflegeeinrichtungen.
Wohngemeinschaften in Bestand und Ausbau gefährdet
Allerdings: „Es war die FDP, die im Koalitionsausschuss innovative Wohnformen in die Koalitionsvereinbarung hineingeschrieben hat“, so der Experte. „Nun ist es die FDP, die mit ihrer Austeritätspolitik ambulant betreute Wohngemeinschaften in Bestand und Ausbau gefährdet. Das ist unverantwortlich.“ Und weiter: „Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen wurde mit dem GVWG eine Deckelung der Eigenanteile eingeführt. Sie greift. Sie führt nun aber dazu, dass ambulant betreute Wohngemeinschaften für diejenigen, die dort länger leben, teuer bis unbezahlbar werden.“
Anhebung des Wohngruppenzuschlags
Eine „völlig undifferenzierte Austeritätspolitik“ führe dazu, „dass günstige Rahmenbedingungen für Innovation gestrichen/in Frage gestellt werden“. Als gutes Signal würde es Prof. Klie hingegen werten „wenn der Wohngruppenzuschlag deutlich – etwa auf 500 Euro – angehoben würde“. Kurz: „Ohne grundlegende Strukturreform sind die Herausforderungen der Langzeitpflege nicht zu wuppen. Auch in der Pflegepolitik braucht es ein ‚Wums‘.“
Lesen Sie den ganzen Beitrag in der Septemberausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“.
Termin-Tipp:
Bundeskonferenz Wohnen in Gemeinschaft auf dem LUNA-Kongress in Berlin
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