Pflegepolitik
„Wir erwarten keine weiteren Prüfaufträge“
Die neue Bundesregierung muss die Pflege stärker in den Fokus rücken und überfällige Reformen zügig umsetzen. Das fordert der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) anlässlich des Regierungswechsels. Konkrete Maßnahmen seien nötig, um die angespannte Lage in der Langzeitpflege zu verbessern.
Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung mahnt der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) dringend notwendige Reformen in der Pflege an. Die Vorsitzende Barbara Dietrich-Schleicher gratuliert dem neuen Kabinett und richtet klare Erwartungen an die Politik:
„Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie die Pflege nicht länger auf später vertröstet, sondern den notwendigen politischen Rückenwind gibt, um spürbare Verbesserungen zu erreichen.“
Konkrete Schritte statt Prüfaufträge
Der VKAD fordert rasche Taten statt weiterer Ankündigungen. Dietrich-Schleicher betont: „Wir erwarten keine weiteren Prüfaufträge oder zusätzliche Regulierungen für Pflegeeinrichtungen, sondern konkrete Schritte. Modellprojekte reichen nicht aus, es braucht jetzt eine klare Linie und zügige Umsetzung.“
Als ersten wichtigen Schritt sieht der Verband die schnelle Verabschiedung des bereits vorbereiteten Pflegekompetenzgesetzes. Dieses soll die Aufgaben von Pflegefachkräften erweitern und Vergütungsverhandlungen vereinfachen.
Finanzielle Stabilität dringend nötig
Die wirtschaftliche Lage vieler Pflegeeinrichtungen ist laut VKAD angespannt. Steigende Ausgaben, verzögerte Zahlungen und fehlende Investitionsmittel belasten die Träger. Gleichzeitig steigen die Eigenanteile für Bewohner:innen weiter an.
Um die Situation zu verbessern, fordert der Verband:
- Unbürokratische Vorfinanzierung der Sozialhilfeleistungen durch die Bundesländer
- Verbindliche Fristen und Sanktionen bei verzögerten Pflegesatzverhandlungen
- Verlässliche Refinanzierung der Digitalisierung in der Pflege
„Die neue Gesundheitsministerin steht vor einer zentralen Aufgabe. Die Pflege kann nicht länger vertröstet werden“, mahnt Dietrich-Schleicher. „Was wir jetzt brauchen, ist ein belastbares Programm für die Langzeitpflege. Es geht um die Zukunft einer verlässlichen Versorgung in unserem Land.“
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