Außerklinische Intensivpflege

Neue Stimme für die außerklinische Intensivpflege in NRW

Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des IPV Intensivpflegeverbands wurde errichtet. Sie will künftig aktiv in Verhandlungen mit Kostenträgern eingreifen und sich als legitimer Gesprächspartner für die Fachthemen der Branche positionieren.

v.l.n.r.: Thomas van der Most, Oliver Mülly (beide IPV-Landesvorstand), Kira Nordmann, Christoph Schneider (beide IPV-Bundesvorstand) Foto: IPV

Die frisch konstituierte Landesgruppe des IPV in Nordrhein-Westfalen will eine Lücke schließen, die sich aus der föderalen Struktur des deutschen Gesundheitssystems ergibt. Laut IPV war es in der Vergangenheit nicht möglich, auf Landesebene mit den Krankenkassenverbänden in NRW über die Belange der außerklinischen Intensivpflege (AKI) zu verhandeln. Die Landesgruppe soll dieses Defizit nun adressieren und als Verhandlungspartner gegenüber den Kostenträgern auftreten.

In den Vorstand gewählt wurden Oliver Mülly (Linimed NRW GmbH) als Vorsitzender, Thomas van der Most (amicu – Außerklinische Intensivpflege) als stellvertretender Vorsitzender sowie Annett Heinze (Pflegedienst Regenbogen GmbH) und Lea Foschepoth (Deutsche Fachpflege) als erweiterter Vorstand.

Ziel sei es zunächst, die Kostenträger in NRW auf die neue Landesgruppe aufmerksam zu machen und die Verhandlungsbereitschaft einzufordern. Parallel dazu will der IPV auch die langjährig bestehende Arbeitsgemeinschaft der Leistungserbringerverbände in NRW einbinden. Der Verband fordert diese explizit auf, den IPV an Gesprächen mit Kostenträgern zu beteiligen.

Der IPV sieht sich als Fachverband mit starker Praxisnähe. Laut eigener Darstellung basiert seine Stärke auf dem Engagement von Praktiker:innen aus Pflegediensten, die unmittelbar mit den operativen Herausforderungen der AKI vertraut sind. Diese Nähe zur Versorgungspraxis soll dem Verband eine besondere Perspektive in Verhandlungen mit Politik und Krankenkassen verschaffen.

Ein zentrales Ziel der Landesgruppe ist der Mitgliederaufbau, fokussiert auf Anbieter außerklinischer Intensivpflege. Damit verbunden sei die Hoffnung, mittelfristig Interimsvergütungen mit den Kostenträgern abschließen zu können – ein Thema, das laut IPV in NRW bislang von den Kassen nicht bearbeitet werde und für einige Pflegedienste existenzielle Risiken berge.

Langfristig verfolgt die Landesgruppe die Vision, als gleichberechtigter Akteur an politischen Entscheidungsprozessen zur außerklinischen Intensivpflege beteiligt zu sein.