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Erster Online-Austausch der Führungsfrauen: „Wir sollten uns gegenseitig gratulieren“

Der erste Video-Call des Netzwerks „Frauen führen Pflege“ setzte einen klaren Ton: sichtbar machen, vernetzen, stärken – und zwar praxisnah. Ein Fazit: Führungsfrauen verdienen mehr Anerkennung für ihre Arbeit in der Pflege. 

Staffestabübergabe beim Video-Call: Kommunikationsexpertin Claudia Henrichs gab das Zepter weiter an Susen Nowara, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement, die das Event in Berlin moderieren wird. Fotos: Sonja Dräger/privat

Moderatorin Claudia Henrichs eröffnete den Austausch bewusst ohne Folien: „Wir sind keine Freundinnen für betreutes Lesen, PowerPoint.“ Stattdessen ein Check-in: Was lieben Führungskräfte an ihrem Job? Die Antworten fielen überraschend einhellig aus: Gestaltung und Entscheidungsfreiheit. „Ich liebe es, zu gestalten – mit dem Team und in der Umsetzung“, sagte Olga Schell. Jana Peschla ergänzte: „Führen macht mir Spaß, auch wenn es manchmal schwierig ist. Ich treffe Entscheidungen – und stehe dafür ein.“

Mitwirken und befähigen

Mehrfach genannt wurde das Befähigen von Mitarbeitenden. „Mir ist wichtig, dass Kolleginnen selbst gestalten können – das motiviert und befreit den Kopf für Strategisches“, so Michaela Krug. Kathrin Czech hob die „Mitwirkung an Strategien“ sowie die wirtschaftliche und personelle Steuerung hervor. Der Tenor: Führung in der Pflege ist mehr als Operatives – sie braucht Raum, Datenkompetenz und Haltung.

Initiatorin Friederike Schildt (Redaktion Häusliche Pflege) erinnerte an die Idee hinter dem Format: weibliche Führung sichtbar machen. „Pflege ist weiblich – auch in Leitungen. Aber oft werden Männer schneller angefragt und sind präsenter.“ Aus dem Plenum kam Rückenwind für den Community-Gedanken. Judith Meyer brachte es auf den Punkt: „Wir sollten uns häufiger gegenseitig gratulieren und unterstützen.“ Gewünscht wird ein regelmäßiger Online-Austausch – „vierteljährlich mit je einem Führungsthema“ (Czech) –, kombiniert mit jährlichen Präsenztreffen für Nähe und Vertrauen. Zugleich braucht es Verbindlichkeit: „Man muss es schon ernst nehmen, damit es nicht einschläft“, so Henrichs.

Austausch und vielseitiges Programm in Berlin

Mit Blick auf das große Event in Berlin (8./9. Oktober) gaben Friederike Schildt und die neue Moderatorin Susen Nowara konkrete Einblicke: Vorabend-Netzwerken in kleiner Runde, dazu ein kurzer Impuls von Simone Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Der Eventtag startet mit einer sanften Yoga-Session, gefolgt von Impulsen – etwa von Dr. Tanja Machalet, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Maria Helena Dahlenburg zur Rolle weiblicher Führung und von einer ETL-Steuerberaterin zu „Zahlen, Daten, Fakten“ als Führungsinstrument. Eine Podiumsdiskussion lebt vom offenen Erfahrungs­austausch („Werdegänge, Hürden, Lösungen“). Danach folgt Betriebliches Gesundheitsmanagement – das „coole Haus der Arbeitsfähigkeit“ – sowie ein Abschlussimpuls von Jana Nowara zu mentaler Selbstführung: „Wie lenken wir Gedanken, um positive Emotionen im Alltag zu stärken?“ Passend dazu der Rahmen: das nhow Berlin – „kein steriler Seminarraum, sondern gestaltete Atmosphäre“, so Schildt.

Unterm Strich zeigt der Call: Die Community will konkret, regelmäßig und alltagstauglich arbeiten – mit Themen von Kommunikation über BWL-Basics bis Gesundheitskultur. Oder, wie Susen Nowara es formulierte: „Montag früh stehe ich auf und sage: Ich hab wieder Bock, ein bisschen die Pflegewelt zu retten.“

Jetzt anmelden für das Frauen führen Pflege-Event am 8./9. Oktober in Berlin:

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