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Mehr Empathie, mehr Wirkung: Warum weibliche Führung die Pflege besser macht
Die Netzwerkveranstaltung „Frauen führen Pflege“ am 8. und 9. Oktober in Berlin setzte ein starkes Zeichen: Mehr Sichtbarkeit, Anerkennung und Empowerment für weibliche Führungskräfte – und ein klares Bekenntnis dazu, dass gute Pflegeführung empathisch, strategisch und zukunftsorientiert ist.
Pflege ist weiblich – und doch spiegelt sich das nicht genauso in den Führungspositionen wider. Genau hier setzte das Netzwerktreffen „Frauen führen Pflege“ an, moderiert von Führungskräftecoach Susen Nowara. Im inspirierenden Ambiente des Designhotels nhow Berlin trafen sich Geschäftsführerinnen, Pflegedienstleitungen und leitende Mitarbeitende aus ganz Deutschland zum Erfahrungsaustausch, zur Weiterbildung und zur Diskussion über die Zukunft weiblicher Führung in der Pflege.
Politische Impulse und gesellschaftliche Verantwortung
Den Auftakt machte Simone Fischer, pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. „Über 80 Prozent der Beschäftigten in der Pflege sind Frauen“, betonte sie. „Doch in den Führungspositionen sind sie deutlich unterrepräsentiert.“ Dabei sei weibliche Führung längst Realität – häufig aber unsichtbar. „Frauen halten im Hintergrund die Fäden zusammen und tragen das System. Diese Form von Führung verdient mehr Anerkennung und strukturelle Unterstützung.“
Fischer forderte, Führung neu zu denken: fürsorglich, klar, empathisch – und gleichzeitig durchsetzungsstark. Politik und Gesellschaft müssten dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und Pflege nicht länger als „Nebenthema“ behandeln.
Empathie ist kein Nachteil – sondern ein Erfolgsfaktor
Wie weibliche Führung wirkt, zeigte Maria Helena Dahlenburg in ihrem Vortrag. „Es gibt keine Belege dafür, dass Männer bessere Führungskräfte sind – vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall“, erklärte sie. Frauen würden im Durchschnitt empathischer, teamorientierter und wirksamer führen.
Dennoch stünden ihnen strukturelle Hürden im Weg: Frauen, die sich durchsetzungsstark zeigen, gelten als „zu hart“, zeigen sie Empathie, als „zu weich“. „Authentizität ist das, was gute Führung ausmacht“, so Dahlenburg. Frauen sollten ihre Stärken selbstbewusst ausspielen und sich gegenseitig unterstützen.
Realität der Führung: Anerkennung und Selbstbild
Wie diese Herausforderungen im Alltag aussehen, diskutierten Führungskräfte aus der Praxis auf dem Podium. „Pflege ist grundsätzlich nicht so anerkannt – und damit auch die Führung nicht“, sagte Melanie Kirchgäßner. Ulrike Schröder ergänzte: „Männliche Führungskräfte setzen sich mit der emotionalen Komponente naturgemäß nicht so stark auseinander. Frauen sind von Grund auf sensibler.“
Neben gesellschaftlichen Strukturen spiele auch das Selbstbild eine Rolle. „Männer sagen schneller etwas zu, Frauen zögern eher. Wir müssen aktiver werden und die Initiative ergreifen“, forderte Melanie Bade. Zudem wies Steffi Salow auf die Doppelbelastung vieler Frauen hin, die sich seltener Zeit für Netzwerke und Weiterbildung nähmen – obwohl genau das entscheidend sei.
Praxisnahe Impulse für erfolgreiche Führung
Neben den strategischen und gesellschaftlichen Diskussionen bot das Programm konkrete Werkzeuge für den Führungsalltag. Steuerexpertin Franziska Grunske zeigte, wie Buchführung und Kennzahlen gezielt zur Steuerung genutzt werden können. Susen Nowara verdeutlichte, wie Betriebliches Gesundheitsmanagement Motivation und Resilienz von Mitarbeitenden stärkt. Und Jana Nowara gab Impulse für eine positive, lösungsorientierte Führungshaltung.
Pflege braucht weibliche Führung – sichtbar und selbstbewusst
Die Veranstaltung machte deutlich: Weibliche Führung ist kein Sonderfall – sie ist Realität und Zukunft zugleich. Sie verbindet strategisches Denken mit Empathie, Teamorientierung mit Durchsetzungskraft. Und sie ist entscheidend für eine Pflege, die Patient:innen und Mitarbeitende gleichermaßen stärkt.
Unterstützt wurde Frauen führen Pflege von ETL ADVISION und opta data.
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