Digitalisierung
BAGFW fordert zentrale Daten- und Kommunikationsplattform
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) setzt auf einen zentralen Hebel gegen die Bürokratielast. Sie fordert eine bundesweit einheitliche „Daten- und Kommunikationsplattform Pflege“. Auf dieser Plattform sollen alle relevanten Meldungen zusammenlaufen – von Qualitätsindikatoren über Tariftreueangaben bis zu Prüfanmeldungen. Behörden und Prüfinstitutionen würden damit auf einen gemeinsamen Datenstand zugreifen. Pflegeeinrichtungen müssten nicht mehr mit mehreren Portalen und unterschiedlichen Kommunikationswegen arbeiten.
Der Fachausschuss Altenhilfe der BAGFW hat dazu einen umfangreichen Maßnahmenkatalog veröffentlicht. „Damit liegt aus meiner Sicht einer der umfassendsten und konkretesten Vorschläge speziell für die Langzeitpflege vor“, sagt Thorsten Mittag den Redaktionen des Fachverlages Vincentz Network. Er ist Mitglied im Fachausschuss Altenhilfe der BAGFW und Referent Altenhilfe und Pflege beim Paritätischen Wohlfahrtsverband.
Wachsende Last im Pflegealltag
Der Katalog beschreibt ein klares Problem: Die Langzeitpflege arbeitet seit Jahren unter einer immer größeren Bürokratielast. Einrichtungen müssen Daten mehrfach melden und mit verschiedenen Prüfinstanzen kommunizieren. Viele Vorgaben aus Bund und Ländern greifen nicht ineinander. Das führt zu Medienbrüchen, Verzögerungen und einem enormen Verwaltungsaufwand. Pflegekräfte und Leitungsteams verlieren Zeit, die eigentlich für die Versorgung gedacht ist.
„Once Only“ als Leitprinzip
Die BAGFW fordert deshalb eine deutliche Vereinfachung. Das wichtigste Prinzip lautet „Once Only“. Daten sollen nur einmal eingegeben werden. Prüfprozesse sollen besser abgestimmt sein. Digitale Lösungen sollen Abläufe erleichtern – nicht weiter verkomplizieren.
Konkrete Schritte zur Entlastung
Der Maßnahmenkatalog nennt dafür mehrere zentrale Schritte. Vergütungsverhandlungen sollen pauschaler werden. Die Leistungsabrechnung soll vollständig digital ablaufen. Das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz müsse entschlackt werden. Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte sollen schneller und einheitlicher funktionieren. Auch Sozialhilfeträger sollen ihre Verfahren vereinheitlichen und Doppelbegutachtungen sollen vermieden werden.
Den Maßnahmenkatalog der BAGFW können Sie hier abrufen.
Lukas Sander
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