Politik
Experten fordern verlässliche Finanzierungsstrukturen für Versorgungsquartiere
Ohne eine dauerhaft gesicherte Finanzierung lassen sich Versorgungsquartiere in Deutschland nicht flächendeckend umsetzen. Diese Position haben Experten von humaQ Mitte Dezember im Bundesministerium für Gesundheit klar formuliert. Torsten Anstädt und Dr. Ralf Tebest sprachen dort mit dem Referat „Grundsatzfragen der Pflege und Pflegeversicherung“ über die Weiterentwicklung sozialraumorientierter Versorgungsmodelle. Aus Sicht von humaQ reichen projektbezogene Förderungen nicht aus. Notwendig seien verlässliche, langfristige Finanzierungsstrukturen für Kommunen und Träger.
Im Gespräch ging es um Förderlogiken, nachhaltige Finanzierungsmodelle und geeignete rechtliche Rahmenbedingungen. Ziel ist es, Versorgungsquartiere strukturell im System der Pflege- und Sozialversorgung zu verankern. Diskutiert wurde auch, inwieweit bestehende Regelungen des Sozialgesetzbuchs stärker für die Quartiersarbeit genutzt werden können.
humaQ ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Wiesbaden. Sie begleitet Kommunen, Wohnungsunternehmen und soziale Träger beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Versorgungsquartieren. Der Ansatz verbindet Pflege, Gesundheit, soziale Dienstleistungen und nachbarschaftliche Unterstützung im Sozialraum. Ziel ist es, tragfähige Strukturen zu schaffen, die ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Wohnumfeld ermöglichen.
Qualifizierung und Digitalisierung als weitere Erfolgsfaktoren
Neben der Finanzierung benannte Anstädt zwei weitere Voraussetzungen. Für eine gelingende Quartiersentwicklung brauche es gezielte Qualifizierung. Kommunen und Träger müssten ressortübergreifendes Spezialwissen aus Pflege, Gesundheit und Sozialem aufbauen. Zudem komme der Digitalisierung eine Schlüsselrolle zu. Digitale Matchingprozesse könnten Hilfesuchende und Hilfebietende passgenau zusammenbringen – von Prävention über Betreuung bis zur Pflege.
Ausblick auf weiteren Austausch
Anstädt bewertete das Treffen als konstruktiven Auftakt. „Das Treffen war ein Anfang eines guten und konstruktiven Austausches“, sagte er. Der Dialog mit dem Bundesgesundheitsministerium solle in den kommenden Monaten fortgesetzt werden, um Versorgungsquartiere in Deutschland strukturell voranzubringen.
Lukas Sander, Redaktion Häusliche Pflege
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