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Bayern prämiert innovative Pflegeprojekte

Bayerns Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) hat beim vierten Pflegekongress in Regensburg drei Projekte ausgezeichnet, die neue Wege in der Pflege gehen sollen. Gleichzeitig stellt der Freistaat in diesem Jahr rund 24 Millionen Euro für den Ausbau kommunaler Pflegeangebote bereit – mit besonderem Fokus auf die häusliche Versorgung.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Preisverleihung des Wettbewerbs „Innovative Wege zur Pflege – Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft" durch die bayerischer Pflegeministerin Judith Gerlach. Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen in Bayern werden laut Gerlach zu Hause betreut. Diesen Bereich will die Ministerin gezielt stärken. Beim Kongress „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ Ende März im Regensburger marinaforum kamen dazu Vertreter:innen aus Pflegeeinrichtungen, Kommunen, kommunalen Spitzenverbänden und Pflegekassen zusammen.

Pflege-Camp Aschaffenburg gewinnt Wettbewerb

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Preisverleihung des Wettbewerbs „Innovative Wege zur Pflege – Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft“, der zum zweiten Mal von der Koordinationsstelle Pflege und Wohnen durchgeführt wurde. Den ersten Platz belegte das „einrichtungsübergreifende Pflege-Camp“ der Gesundheitsregionplus Aschaffenburg. Das Projekt ermöglicht Jugendlichen ab 15 Jahren, im Rahmen eines Praktikums verschiedene Einsatzfelder der Pflege kennenzulernen. Laut dem Projektträger haben sich rund 23 Prozent der Teilnehmenden anschließend für eine Pflegeausbildung entschieden.

Den zweiten Platz erhielt „DorfVital 360°“ des Landratsamts Coburg, das auf Prävention und Pflege durch Gemeindegesundheitskräfte setzt. Dritter wurde das digitale Präventionssystem „FELIX“ des Unternehmens Hello Mirrors. Die Preisgelder liegen laut Ministerium zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Drei weitere Projekte erhielten Auszeichnungen ohne Preisgeld.

Millionenförderung für kommunale Pflegestrukturen

Mit dem Förderprogramm „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ unterstützt der Freistaat gezielt pflegerische Angebote auf kommunaler Ebene. Laut Gerlach richtet sich die Förderung insbesondere an demographie- und finanzschwache Kommunen, die bei der Umsetzung maximale Flexibilität erhalten sollen. Für das laufende Jahr sind rund 24 Millionen Euro veranschlagt.

Das Programm wurde bereits 2022 gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden, der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände und dem Landesamt für Pflege entwickelt. In einem gemeinsamen Strategiepapier wurde ein Maßnahmenbündel zum Ausbau bedarfsgerechter Pflegestrukturen festgelegt. Seit 2020 wurden laut Ministerium etwa 8.900 Pflegeplätze mit rund 410 Millionen Euro gefördert.

Gerlach hob zudem Prävention als zentralen Hebel hervor: Wirksame Gesundheitsförderung könne viele Erkrankungen verhindern oder verzögern und so den Pflegebedarf spürbar reduzieren.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Wettbewerb finden sich auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.