Fuhrpark
NEVAP empfiehlt Umstieg auf Elektromobilität
Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) plädiert für eine konsequente Ausrichtung ambulanter Pflegedienste auf Elektromobilität – auch im ländlichen Raum. Andrea Hirsing, Vorstandsmitglied beim NEVAP und Bereichsleiterin für Pflege und Gesundheit beim Diakonischen Werk Niedersachsen, sieht im Umstieg eine wirksame Antwort auf steigende Spritpreise.
„Wir empfehlen den Umstieg auf E-Mobilität seit etwa acht Jahren“, erklärt Hirsing im Interview mit der Fachzeitschrift Häusliche Pflege (Maiausgabe). Der Verband begleitet die Entwicklung damit bereits seit Jahren aktiv und sieht in der Elektromobilität eine zukunftsfähige Lösung für ambulante Pflegedienste. Dass die Umstellung auch im ländlichen Raum gelingen kann, zeigt ein konkretes Beispiel: „Ein großer Kinderkrankenpflegedienst im Raum Hesel im Landkreis Leer hat bereits 2021 mit Bundesförderung vollständig umgestellt“, berichtet Hirsing. Besonders wirtschaftlich werde der Betrieb, wenn weitere Faktoren hinzukommen: „Wer dazu noch über eine eigene Immobilie verfügt und Photovoltaik installiert, kann sich weitgehend vom Strom- wie vom Kraftstoffpreis unabhängig machen.“
Dem häufig vorgebrachten Einwand, im ländlichen Raum fehle die Ladeinfrastruktur, widerspricht Hirsing in der Maiausgabe der Häuslichen Pflege deutlich:
- „Das ist inzwischen eher eine Legende.“
- „Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat sich in den letzten zwei, drei Jahren erheblich verbessert.“
- „Wer die Möglichkeit hat, über eine eigene Immobilie Photovoltaik zu betreiben, ist ohnehin gut aufgestellt.“
Kurzfristige Entlastung für alle nicht-elektrifizierten Dienste könnte die von der Politik beschlossene befristete Steuersenkung auf Kraftstoffe bringen. „Wenn die rund 17 Cent pro Liter tatsächlich an den Tankstellen ankommen, wäre das eine spürbare Entlastung für unsere Dienste“, sagte Hirsing. Allerdings ist Hirsing bezüglich der tatsächlichen Wirkung skeptisch: „Ob das wirklich so umfänglich durchgereicht wird, sehe ich jedoch kritisch.“ Die Erfahrung zeige, dass steuerliche Entlastungen nicht immer in voller Höhe an die Endkunden weitergegeben werden. Ohne eine konsequente Weitergabe an den Zapfsäulen verpuffe der erhoffte Effekt für die Pflegedienste schnell. (ls)
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