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22 von 23 Verbänden bereit: Bundesregierung treibt Pläne für neuen Zivildienst voran

Die Bundesregierung bereitet die Grundlage für einen neuen Zivildienst vor – für den Fall einer möglichen Rückkehr zur Wehrpflicht. Laut Ministerium könnten nahezu alle befragten Verbände kurzfristig Plätze für Wehrersatzdienstleistende anbieten. 

Ein Mann und eine Frau gehen spazieren.´
Die erneute Einführung des Zivildienstes könnte auch die Pflegeeinrichtungen entlasten. Foto: Simon Kraus/AdobeStock

Viele Träger im sozialen Bereich signalisieren Bereitschaft, einen künftigen Zivildienst mitzutragen. Wie das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend der „Bild“ bestätigte, wurden 23 große Verbände und Organisationen zu ihren Kapazitäten befragt. „22 der 23 Verbände gaben an, dass ihre Infrastrukturen und Einsatzstellen grundsätzlich bereit wären“, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Verbände sehen Kapazitäten für vielfältige Einsatzstellen

Nach Angaben des Ministeriums könnten die Einrichtungen „ein vielfältiges Angebot“ für Wehrersatzdienstleistende schaffen. Konkrete Ausgestaltungen sind jedoch noch offen. Die Bundesregierung will ihre Pläne laut Bericht nach der Sommerpause vorstellen.

Kein Zivildienst ohne Wehrpflicht – aber Vorbereitung läuft

Aktuell gibt es keinen Zivildienst. „Zwar gibt es keinen Zivildienst, solange wir keine Wehrpflicht haben. Aber falls die Wehrpflicht einmal nötig werden sollte, müssen wir die Basis für einen modernen Zivildienst schon vorbereitet haben“, so der Ministeriumssprecher. Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt, im Zuge dessen entfiel auch der klassische Zivildienst. Als Ersatz wurde der Bundesfreiwilligendienst etabliert.

Mehr Kriegsdienstverweigerer erhöhen Relevanz

Parallel steigt die Zahl der Menschen, die den Kriegsdienst verweigern. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben 5.862 Anträge gestellt. Zum Vergleich: 2025 waren es insgesamt 3.867, im Jahr 2024 noch 2.998. (RND/dpa)