Pflegemarkt

„Ein Schlag ins Gesicht für private Unternehmer“

Der Verein „Pflege am Limit!“ hat eine klare Meinung zum Positionspapier des Bundesverbandes der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB) und seinen Forderungen, Versorgungsverträge für Pflegeeinrichtungen nur noch an gemeinnützige Träger zu vergeben.

Bündnis Pflege am Limit bei einem Netzwerktreffen in Wuppertal Foto: Pflege Wessel

„In der heutigen Zeit überhaupt darüber nachzudenken, Versorgungsverträge künftig ausschließlich mit gemeinnützigen Anbietern abzuschließen, ist absurd“, sagt Claudia Weber. „Ein Schlag ins Gesicht für alle privaten Unternehmer. So etwas zu fordern, gehört sich einfach nicht“, fügt Michael Wessel hinzu. Der Verein Pflege am Limit mit Sitz in Wuppertal begrüßt die Stellungnahme von bpa-Präsident Bernd Meurer, der mit seiner scharfen Kritik „absolut Recht“ habe. Vor allem, weil privat geführte Pflegedienste die Hälfte aller Pflegebedürftigen in Deutschland versorgen. Aber auch, weil Kommunen sowohl finanziell als auch logistisch an ihre Grenzen stoßen, besser gesagt, überfordert sind. „Alle Kommunen in diesem Land sind verschuldet. Und nun sollen auch noch ausschließlich sie mit dem ,Bau und Betrieb von Pflegeeinrichtungen und alternativen Wohnformen‘ beauftragt werden. Das ist Realitätsverweigerung auf höchstem Niveau“, so Wessel.

„Private Unternehmen gibt es deswegen, weil es nur mit staatlichen Heimen nicht funktioniert. Und weil diese Unternehmen schon wegen der Konkurrenz Wert auf bestmögliche Versorgung und Unterbringung legen. Qualität ist das entscheidende Kriterium. Die lässt sich oft leider vermissen, wenn das Geld nicht erwirtschaftet werden muss, sondern die Kommune sowieso zahlt und ja de facto nicht pleitegehen kann“, sagt Natalie Kampermann. „Der Weg der Verstaatlichung, der sich leider seit einiger Zeit immer deutlicher an verschiedenen Punkten abzeichnet, ist ein Irrweg, der schleunigst aus den Köpfen der Politik und Lobbygruppen verschwinden sollte“, erklärt Wessel. „Eine solche Forderung, wie sie der Bundesverband kommunaler Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB) aufstellt, zeugt von absoluter Unkenntnis der Pflegesituation. Ideologisch verblendet, wie Bernd Meurer die Diskussion nennt, trifft es auch nach Ansicht unseres Vereins ganz genau.“

www.pflege-am-limit.de