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Klimawandel bedroht Einrichtungen und Dienste
Eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedseinrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt alarmierende Ergebnisse: Über die Hälfte der 710 befragten Einrichtungen und Dienste äußert große Besorgnis über die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Strukturen. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Der Klimawandel setzt sozialen Einrichtungen und den darin betreuten Menschen erheblich zu und führt bereits heute zu spürbaren Belastungen.
Mehr als zwei Drittel (69,8 Prozent) der Befragten haben in den letzten zehn Jahren negative Erfahrungen mit Extremwetterereignissen gemacht. Zu den häufigsten Ereignissen zählen Starkregen und Sturzfluten (41,6 Prozent), Hitzewellen (40,6 Prozent) und Stürme (20,3 Prozent). Diese Naturphänomene hinterlassen tiefgreifende Spuren: Die Arbeitsbelastung für Mitarbeitende ist in 66,9 Prozent der Fälle angestiegen, 48,9 Prozent der Einrichtungen sahen sich zu erhöhten Schutzmaßnahmen gezwungen. Infrastrukturprobleme, gesundheitliche Auswirkungen und sogar Betriebsausfälle sind keine Seltenheit mehr.
Auch auf die betrieblichen Abläufe nehmen diese Wetterereignisse starken Einfluss. Hitzeperioden erschweren die Beratungen und Betreuungen von Klient*innen erheblich; geplante Veranstaltungen müssen oft abgesagt werden, und der Unterricht in Schulen und Betreuung in Kitas können unter den Bedingungen teilweise kaum noch stattfinden.
Klimawandel und Gesundheit: Eine unterschätzte Gefahr
58 Prozent der Befragten sehen den Klimawandel als starke Bedrohung für das gesundheitliche Wohl ihrer Klient:innen. Besonders bedrohlich empfinden die Einrichtungen die steigenden Temperaturen: Über 92 Prozent der Befragten stufen Hitze als eine kritische Herausforderung ein. Daneben wachsen die psychischen Belastungen und das Risiko für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten – beides Entwicklungen, die laut der Befragten zunehmend das gesundheitliche Wohl der betreuten Menschen gefährden.
Fehlende Ressourcen für eine systematische Anpassung
Obwohl bereits über 71,6 Prozent der Einrichtungen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergriffen haben, fehlt es vielen an umfassenden Konzepten. Lediglich 29 Prozent verfügen über konkrete Strategien zur weiteren Klimaanpassung, was die Unsicherheit im Umgang mit zukünftigen Klimarisiken unterstreicht. Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass eine systematische und ganzheitliche Klimaanpassung bislang noch in den Kinderschuhen steckt.
Dringend gefordert sind finanzielle und personelle Ressourcen sowie technische Unterstützung. 83,4 Prozent der Befragten sehen finanzielle Mittel als unerlässlich an, um die Resilienz ihrer Einrichtungen gegen den Klimawandel zu stärken. Doch hier zeigt sich ein eklatanter Mangel: Nahezu 96 Prozent der Einrichtungen verfügen aktuell über keine speziellen Personalstunden für den Bereich Klimaanpassung, und über 82 Prozent sind nicht in kommunale Anpassungskonzepte eingebunden.
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