Aus- und Weiterbildung

Pflegeausbildung und Studium gleichzeitig in Hamburg möglich

Ab dem Wintersemester 2024/2025 sind Pflegeausbildung und Studium gleichzeitig möglich. Hierfür wurde ein berufsbegleitender Bachelorstudiengang an der Beruflichen Hochschule Hamburg geschaffen.

Hamburger Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) Foto: Senatskanzlei Hamburg

Zum Wintersemester 2025/2026 wird ein neuer Aufbaustudiengang Lehramt für berufsbildende Schulen der Fachrichtung Pflege- und Therapiewissenschaft angeboten.

Um die Personalsituation in der Pflege zu verbessern, müssen die Qualität der theoretischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen sichergestellt und die Ausbildungskapazitäten ausgebaut werden. Hamburg schafft deshalb einen Aufbau-Master-Studiengang der beruflichen Fachrichtungen Pflege- und Therapiewissenschaften im Lehramt an berufsbildenden Schulen an der Universität Hamburg (UHH) in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Zielgruppe des Studiengangs sind Personen mit Bachelorabschluss in einem Pflege-, Therapie-, oder Gesundheits-Studiengang. Angestrebter Abschluss ist der Master of Education für das Lehramt an berufsbildenden Schulen. Geplant ist eine Kapazität von jährlich 25 Studierenden mit Studienbeginn zum Wintersemester 2025/2026.

Als weitere Maßnahme wurde ein berufsbegleitender Bachelorstudiengang an der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH) eingerichtet. Er wird mit der dualen Berufsausbildung zur Pflegefachperson organisatorisch so verzahnt, dass Studien- und Ausbildungsbeginn gleichzeitig erfolgen. Studieninhalte bauen auf den Inhalten und Kompetenzen der Ausbildung auf. Der Studiengang Angewandte Pflegewissenschaft ermöglicht es, parallel zur Ausbildung bereits mit einem Bachelorstudium zu beginnen und es nach Abschluss der Ausbildung berufsbegleitend abzuschließen. Entsprechend einer vorab erstellten Bedarfsabfrage sollen in einem ersten Schritt rund 60 Studienanfängerinnen und Studienanfänger in den Studiengang aufgenommen werden.

Weiterhin wird der primärqualifizierende Studiengang der HAW an die gesetzlichen Vorgaben des Pflegestudiumstärkungsgesetzes zur selbstständigen Ausübung der Heilkunde angepasst. Hochschulisch qualifizierte Pflegende dürfen künftig heilkundliche Aufgaben übernehmen. Deshalb werden Kompetenzen zur selbstständigen Ausübung der Heilkunde für die Bereiche diabetische Stoffwechsellage, chronische Wunden und Demenz ab 2026 in den primärqualifizierenden Studiengang Pflege integriert. Hamburg setzt damit die Vorgaben des Ende 2023 beschlossenen Pflegestudiumstärkungsgesetzes zeitnah um und erhöht damit die Attraktivität des Studiengangs Pflege.

„Ein neuer berufsbegleitender Bachelorstudiengang ermöglicht zukünftig die Kombination von Ausbildung und Studium in der Pflege. Zur Ausbildung von neuen Lehrernachwuchs für Gesundheits- und Pflegeberufe schaffen wir einen neuen Aufbaustudiengang. All diese Maßnahmen zahlen bereits auf unserer Fachkräftestrategie für die Gesundheits- und Pflegeberufe ein, die wir Ende des Jahres veröffentlichen werden“, sagt Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD).

Die Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) ergänzt : „Eine Akademisierung der Gesundheitsfachberufe führt auch dazu, dass die Pflegekräfte von morgen mehr Kompetenzen erwerben und Pflegeprozesse eigenständiger gestalten können. Das unterstützt unser Gesundheitssystem, schließt die Fachkräftelücke und gewährleistet eine noch bessere Versorgung der Hamburgerinnen und Hamburger.“