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Wirtschaftliche Schieflage: Diakonie Meerbusch löst sich zum Jahresende auf
Hohe Defizite und Personalmangel zwingen die Diakonie Meerbusch zum Rückzug aus der ambulanten Pflege. Ende 2025 stellt der Träger seinen Pflegedienst ein – und wird anschließend vollständig aufgelöst. Auch für Mitarbeitende und Patient:innen hat das Folgen.
Wie die Rheinische Post berichtet, ist der ambulante Pflegedienst der Diakonie Meerbusch wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Laut Pfarrerin Susanne Pundt-Forst habe der Dienst jährlich rund 100.000 Euro Defizit erwirtschaftet. „Wir sind uns alle einig, dass die Situation furchtbar ist. Die Leute vor Ort machen einen Top-Job“, sagte sie bei einer Gemeindeversammlung in Osterath. Presbyter Carsten Block erklärte, man habe mithilfe externer Berater versucht, Lösungen zu finden. Doch das Verhältnis zwischen Fahrzeit und tatsächlicher Pflege sei ungünstig, die Touren weit verteilt, die Pflegestation vergleichsweise klein. „Wir haben eine kleine Einrichtung mit langen Wegen in die Stadtteile“, so Block.
Keine Übernahmeinteressenten – Mitarbeitende klagen
Eine Übernahme durch einen anderen Pflegedienst oder eine benachbarte Diakonie habe es laut Block nicht gegeben: „Dafür hätte es Interessenten geben müssen. Das war nicht der Fall.“ Zum Ende des Jahres verlieren alle 14 Mitarbeitenden ihre Stellen, die rund 140 Patient:innen müssen sich neue Anbieter suchen. Pfarrerin Pundt-Forst sagte, man wolle „die Rücklagen wenigstens noch für Abfindungen nutzen“. Doch offenbar gibt es Streit um die Auszahlung: Mehrere Mitarbeitende hätten ihre Abfindung einklagen müssen. Geschäftsführer Ludger Firneburg wies die Vorwürfe zurück: „Bei der Berechnung von Abfindungen halten wir uns an geltendes kirchliches Recht. Selbstverständlich erhalten alle Mitarbeitenden, die darauf Anspruch haben, eine Abfindung.“
Nach Angaben des Arbeitsgerichts Mönchengladbach laufen derzeit neun Verfahren gegen die Diakonie Meerbusch, teilte Direktor Peter Jakubowski mit (Quelle: Rheinische Post).
Begegnungsstätte wechselt Träger
Mit der Schließung des Pflegedienstes wird auch der Eigenbetrieb Diakonie Meerbusch vollständig aufgelöst. Das bestätigte Geschäftsführer Firneburg. Die Begegnungsstätte „Pappkarton“ in Strümp bleibt jedoch erhalten und soll ab November 2025 von der Diakonie Krefeld und Viersen weitergeführt werden. „Es ist geplant, dass die Arbeit inhaltlich so weitergeführt wird wie bisher“, sagte Firneburg.
Das Presbyterium betonte, dass die diakonische Gemeindearbeit in Meerbusch auch nach der Auflösung weitergehe. Künftige Angebote wie Seniorentreffs oder Feste sollen dann direkt über die evangelische Kirchengemeinde laufen. (hp)
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