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Pflegereport: Zu viele Krankenhauseinweisungen

Bei einer optimalen Pflege könnten bis zu 1,3 Millionen Krankenhausaufenthalte pro Jahr vermieden werden. Dem jetzt in Berlin vorgestellten Barmer Pflegereport 2023 zufolge werden aber pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen in vielen Fällen nicht bestmöglich versorgt. Die Folge sind Krankenhausaufenthalte. Das betrifft die Betreuung in Pflegeheimen ebenso wie durch ambulante Dienste.

Pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen werden häufig nicht optimal versorgt, was unnötige Krankenhausaufenthalte zur Folge hat. Das besagt der Barmer Pflegereport 2023. Foto: Adobe Stock/upixa

So werden dem Report zufolge etwa Patientinnen und Patienten mit einer Herzschwäche oder Diabetes in Kliniken eingewiesen, obwohl sie bei einer besseren pflegerischen Versorgung auch im Pflegeheim oder zu Hause stabilisiert werden könnten. Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen, was nicht der Fall sei, kritisieren die Autoren des Pflegereports.

Zu den unnötigen Krankenhausaufenthalten zählt dem Report zufolge auch die Verlängerung des Klinikaufenthalts um durchschnittlich eine Woche, weil die pflegerische Versorgung im Anschluss nicht rechtzeitig in die Wege geleitet wird. Darum müssten sich Kliniken und Kassen kümmern und den Angehörigen zur Seite stehen.

Maria Loheide, Sozialvorständin der Diakonie Deutschland, sieht vor allem eine mangelhafte Finanzierung ambulanter Versorgungsstrukturen als Grund: „Gute Pflege trägt entscheidend dazu bei, dass kranke Menschen nicht ins Krankenhaus müssen. Pflegefachpersonen erbringen nicht nur die ärztlich verordneten Leistungen, sondern koordinieren und klären die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen. Sie halten zum Beispiel Kontakt zur Arztpraxis und organisieren bei Bedarf eine Haushaltshilfe“, sagt Loheide. „Diese Tätigkeiten werden jedoch nicht ausreichend finanziert. Die Erstgespräche, die Beratung der kranken Menschen und ihrer Angehörigen und die Zusammenarbeit mit den Vertragsärztinnen und -ärzten müssen ausreichend vergütet werden, damit die Menschen in Zukunft gar nicht erst ins Krankenhaus kommen. So kann die Behandlung von pflegebedürftigen Menschen außerhalb des Krankenhauses sichergestellt werden.“

Der Anteil unnötiger Klinikaufenthalte durch organisatorische und pflegerische Mängel ist nicht gering: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden 2022 rund 16,8 Millionen Krankenhausbehandlungen gezählt. Vor den Corona-Jahren waren es 2019 mit 19,4 Millionen Behandlungsfällen deutlich mehr. (epd)

Die Barmer stellt den kompletten Pflegereport hier als Download zur Verfügung:

Pflegereport 2023