Fuhrpark
Dienstwagenprivileg: Wohlfahrtsverbände kritisieren falschen Zahlen
„400.000 Pflegekräfte sollen angeblich von der Dienstwagenbesteuerung profitieren – so zitieren Frankfurter Rundschau, Spiegel und BILD-Zeitung den Arbeitgeberverband Pflege AGVP. Wie er dies errechnet hat, bleibt unklar“, schreiben die Wohlfahrtsverbände AWO, Diakonie und Caritas in einer „Richtigstellung“.
„In der ambulanten Pflege sind in Deutschland rund 450.000 Menschen beschäftigt, in der Pflege insgesamt sind es gut 800.000 Menschen. Würden 400.000 von ihnen vom Dienstwagen profitieren, hieße das, dass 90 Prozent der ambulanten Pflegekräfte in Deutschland einen eigenen Dienstwagen hätten, den sie auch jederzeit privat nutzen könnten. Und jeder fünfte Dienstwagen in Deutschland würde demnach von einer Pflegekraft gefahren. Das stimmt so schlicht nicht“, so die Verbände.
Viele ambulante Pflegekräfte könnten das Auto des Pflegedienstes nutzen, um nach dem letzten Hausbesuch mit diesem nach Hause zu fahren. Die gelegentliche Nutzung für den Weg von der Klientin oder dem Patienten nach Hause stelle aber noch keine Privatnutzung im Sinne der Finanzbehörden dar. Es handele sich dann in der Regel um einen Firmenwagen, nicht um einen Dienstwagen, dessen private Nutzung als berechneter geldwerter Vorteil pauschal vom Lohn abgezogen wird.
„Bei den ca. 40.000 ambulanten Pflegekräften in der Caritas werden beispielsweise zwar häufig Firmenwagen für die Wege zu den Klientinnen und Klienten genutzt. Ein privat frei nutzbarer, individueller Dienstwagen mit Pauschalbesteuerung ist bei den Hunderttausenden Angestellten der Wohlfahrtsverbände aber insgesamt kaum verbreitet“, so die Verbände.
„Tatsächlich profitieren von den steuerlichen Vergünstigungen eines Dienstwagens v.a. männliche Angestellte in den höchsten Einkommensgruppen“, schreiben die Verbände und verweisen auf eine Studie des Instituts Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS). „Laut dieser Studie besitzen von den zehn Prozent der Menschen mit den höchsten Einkommen (also ab einem Jahresbruttogehalt von 80.000 Euro aufwärts) zwischen 30 und 60 Prozent einen Dienstwagen. Darunter fallen keine Pflegekräfte, denn ihr Einkommen ist geringer. Bei den unteren 60 Prozent der Einkommensbeziehenden kommen weniger als fünf Prozent in den Genuss eines Dienstwagens.“
Von den rund zwei Millionen Dienstwägen in Deutschland würden also die allermeisten von den einkommensstärksten Gruppen gefahren. „Wie so häufig werden also die Pflegekräfte ins Feld geführt, um Steuervergünstigungen zu verteidigen, die nicht ihnen, sondern vor allem denjenigen nutzen, die deutlich mehr verdienen. Dass die Begünstigten damit massiv das Klima schädigen, tritt in der öffentlichen Debatte so in den Hintergrund“, kritisieren die drei Wohlfahrtsverbände in deutlichen Worten.
Eine Antwort auf “Dienstwagenprivileg: Wohlfahrtsverbände kritisieren falschen Zahlen”
‚ “Tatsächlich profitieren von den steuerlichen Vergünstigungen eines Dienstwagens v.a. männliche Angestellte in den höchsten Einkommensgruppen”, schreiben die Verbände und verweisen auf eine Studie des Instituts Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS). ‚ Dem kann ich entschieden widersprechen aus eigener Erfahrung mit unserer (größtenteils weiblichen) Belegschaft im ambulanten PD. Natürlich wird eine Studie des Instituts FÖS hierfür als Beweis zitiert dessen geschäftsführende Vorständin zufälligerweise eine Landesdelegierte der Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf ist. Frage an die Redaktion: Gab es keine weiteren Studien? Oder ist nur das FÖS ein relevantes Institut in dem Zusammenhang? Wie wär es mit einer weiteren Meinung von der Deutschen Umwelthilfe?
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