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Neues Patienten-Portal für Meldungen zu Problemen

Ein neues Meldeportal für Versicherte soll kritische Vorfälle und Probleme in der Gesundheitsversorgung sammeln und für generelle Verbesserungen der Versorgung auswerten. Auf dem Portal „Mehr Patientensicherheit“ des Verbands der Ersatzkassen (vdek) können Versicherte aller Kassen und Angehörige online Fälle melden, bei denen in Pflegeeinrichtungen, Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen etwas schlecht oder besonders gut gelaufen ist. Die Angaben sollen anonymisiert und beispielhafte Fälle veröffentlicht werden. Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), übt Kritik am Portal.

Das neue Meldeportal für Versicherte des vdek ermöglicht Versicherten und Angehörigen, Fälle zu melden, die besonders gut oder schlecht gelaufen sind. Screenshot: mehr-patientensicherheit.de

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) kritisiert die Prioritätensetzung der Pflegekassen. Anstatt sich ihrem gesetzlichen Auftrag der Sicherstellung pflegerischer Versorgung zu stellen, sammelten Kassen Berichte über Fehler anderer, so AGVP-Präsident Thomas Greiner. „Man sieht den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken im eigenen, den sieht man nicht. Dieses biblische Sprichwort beschreibt leider treffend die Fehlerkultur bei den Kranken- und Pflegekassen. Sie verweigern beharrlich eine auskömmliche Finanzierung unserer Altenpflege, zeigen aber fleißig mit dem Finger auf andere. Ehrliche Bestandsaufnahme, selbstkritische Analyse der Kassen? Fehlanzeige! Wir fordern die Pflegekassen auf, nicht länger von der Versorgungskrise in der Altenpflege abzulenken und endlich einen ‚Notruf Pflegelücke‘ einzurichten.“

Solche Berichtssysteme seien bewährt und ein wichtiger Bestandteil des Qualitäts- und Risikomanagements in Gesundheitseinrichtungen, sagte Ulrike Elsner, Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, dem unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit angehören. Kaum genutzt würden bisher aber Wissen und Erfahrung von Versicherten und Angehörigen. Dabei seien sie oft die Einzigen, die den kompletten Behandlungsprozess erlebten.  Das Portal ist den Angaben zufolge zunächst als Pilotprojekt bis Ende 2025 angelegt und hat ein Budget von rund 300 000 Euro. Gerechnet wird mit 600 Fällen, die bearbeitet werden. Der Patientenbeauftragte Schwartze sagte, das Portal sei kein Ersatz für individuelleBeschwerden. Es biete aber eine Grundlage, dass das gesamte System lernen könne.

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