Außerklinische Intensivpflege

KAI 2024 war ein voller Erfolg

Im September versammelte sich die außerklinische Intensivpflege in Essen auf dem KAI 2024. Besonders die großen politischen Themen, das Weaning und die neuen Verträge für die Außerklinischen Intensivpflegedienste, standen im Fokus.

Die Ausstellung des KAI war ein beliebter Treffpunkt. Foto: Lukas Sander

Volle Seminarräume, volle Gänge und eine gut besuchte Ausstellung: Das war der Eindruck, den ein Gang durch das Haus der Technik in Essen Mitte September vermittelte. Der Kongress für Außerklinische Intensivpflege und Beatmung lockte am 11. und 12. September 2024 rund 600 Tagesteilnehmende in die Ruhr-Metropole. Die Branche, die sich aktuell mit ­komplexen Entwicklungen rund um Gesetzgebungen und ihre Auswirkungen konfrontiert sieht, wollte sich vor Ort von den zahlreichen Fachexpertinnen und Experten auf den aktuellen Stand bringen lassen.

Schwierige Verhandlungen

Nur wenige Pflegeunternehmen aus der außerklinischen Intensivpflege haben bereits neue Verträge nach §123l SGB V abgeschlossen. Diese sollen die neue Grundlage und Berechtigung für die Erbringung von Leistungen außerklinischer Intensivpflege sein. Das große Problem: Die Frist, zu der die Unternehmen diese neuen Verträge hätten abgeschlossen haben müssen (30. Juni 2024), ist jedoch längst durch. Und ein Ende ist dabei noch nicht wirklich absehbar, sind sich Sven Liebscher, Geschäftsführer des Intensivpflegeverbands Deutschland (IPV) und Matthias Niendorf, Referent Pflege beim Verband der Ersatzkassen (vdek), bei einer Diskussionsrund einig. Auch bis Ende des Jahres sei eher nicht damit zu rechnen, dass die Vertragsverhandlungen und entsprechende Vergütungsverhandlungen abgeschlossen sind.

Die Verhandlungen mit den Kassen ziehen sich für die meisten Leistungserbringer noch deutlich, nur wenige haben faktisch derzeit eine tatsächliche Berechtigung für die Leistungserbringung erlangen können. „Auch die Personalkapazitäten bei den Kassen sind leider sehr begrenzt“, begründete Niendorf den Zustand. Zwar hat nicht zuletzt das Bundesgesunheitsministerium verlauten lassen, dass auch ohne abgeschlossene Verträge weiter versorgt werden darf. Viele der Unternehmen mussten in der Zwischenzeit, bedingt durch die Tariftreue, jedoch die Gehälter ihrer Mitarbeitenden nach oben hin anpassen. Diese erhöhten Gehälter werden von den Kassen jedoch nicht einfach so refinanziert. Eine Chance für eine Überbrückung sollen nur Interimsvergütungen sein, die zeitlich befristet für den Übergang die Anbieter finanziell entlasten sollen. „Diese sollten Sie auf jeden Fall abschließen“, so Liebscher. Einige Verhandlungsexpertinnen und -experten rechnen bis Ende des Jahres damit, dass die wirtschaftliche Schieflage, in die einige Unternehmen dadurch geraten sind, deutlich stärker werden und nicht zuletzt für einige Unternehmen auch das Aus bedeuten können.

Weaning: Chancen und Grenzen

Ein weiteres zentrales Thema war die Entwöhnung von Beatmungspatienten (Weaning). In Vorträgen und Diskussionen wurde erörtert, wie eine erfolgreiche Beatmungsentwöhnung in der außerklinischen Intensivpflege gelingen kann und welche Herausforderungen dabei für die Pflegekräfte, Ärzte und die Betroffenen selbst bestehen. Dabei wurde deutlich, dass die Potenzialerhebungen zur Entwöhnung, die nun gesetzlich gefordert sind, oft als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden und in der Praxis auf Widerstand stoßen. Die Frage, ob das Weaning immer im Interesse der Patienten durchgeführt wird, führte zu einer intensiven Debatte.

Sehen Sie hier die Aufzeichung der Session „Weaning um jeden Preis?“:

Für besonderes Engagement ausgezeichnet

Ein Novum auf dem KAI 2024 war die Verleihung des ersten KAI Awards, powered by BaWiG. Die Bildungsakademie ist einer der führenden Anbieter von Weiterbildungen in der außerklinischen Intensivpflege und gemeinsam mit Vincentz Network schuf man die Idee einer Auszeichnung für den besonderen Einsatz für eine qualitativ hochwertige Pflege und die Branche als solche.

Lesen Sie hier: KAI Kongress 2024: Aussteller im Videointerview

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Vom 10. bis 11. September 2025 wird die nächste Ausgabe des Kongresses wieder in Essen stattfinden.