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Telematikinfrastruktur: Einrichtungen bisher kaum aktiv geworden

Die verpflichtende Anbindung von rund 36.000 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) rückt näher – doch die Umsetzung stockt. Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg) und der opta data Gruppe zeigt, dass zwar 92 Prozent der Pflegeeinrichtungen über die TI-Pflicht informiert sind, aber nur ein Bruchteil bisher aktiv geworden ist.

Laut Erhebung haben bislang weniger als 12.000 Einrichtungen, also rund ein Drittel, eine sogenannte SMC-B-Karte beantragt, die für die Anbindung notwendig ist. Bild: Adobe Stock/MQ-Illustrations

Laut Erhebung haben bislang weniger als 12.000 Einrichtungen, also rund ein Drittel, eine sogenannte SMC-B-Karte beantragt, die für die Anbindung notwendig ist – erhalten haben sie diese jedoch noch nicht. Noch gravierender fällt die Bilanz bei der verpflichtenden Nutzung des E-Mail-Dienstes KIM (Kommunikation im Medizinwesen) aus: Lediglich 2.000 KIM-Adressen wurden bisher vergeben.

Fehlende Schulungen und Unsicherheiten als Hauptprobleme

Ein Großteil der Pflegeeinrichtungen nennt fehlende Schulungen, Anleitungen und Support als zentrale Hindernisse. „Die Umfrage hat unseren Eindruck bestätigt, dass die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur nicht mit – sondern nebenhergedacht wird. Bei den Herausforderungen, die Pflegeeinrichtungen momentan zu stemmen haben, nicht verwunderlich. Hier müssen die Einrichtungen dringend besser informiert und auch praktisch in der Umsetzung unterstützt werden“, fordert bvitg-Geschäftsführerin Melanie Wendling.

Branchenvertreter fordern realistische Fristen

Kritik kommt auch aus der Pflegebranche selbst. Wolfgang Voßkamp vom Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e. V.) hält den Zeitplan für nicht umsetzbar: „Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum 1. Juli 2025 alle ambulanten und
stationären Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden, ist illusorisch.“

Angesichts der schleppenden Umsetzung scheint es unwahrscheinlich, dass bis zum 1. Juli 2025 alle Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden. Experten warnen davor, dass ohne gezielte Unterstützung und realistische Fristen die digitale Vernetzung der Pflegebranche scheitern könnte.

Digitalkonferenz on Demand – Was Sie jetzt wissen müssen

Im Rahmen der Digitalkonferenz „Telematikinfrastruktur – auf der Zielgeraden!“ am 29. Januar 2025 haben Expertinnen und Experten erläutert, wie ambulante Dienste trotz die Anbindung trotz enger Fristen fachgerecht schaffen. Die Konferenz steht als Video on Demand zur Verfügung. Thematisch standen im Fokus:

  • Technische Voraussetzungen: Welche TI-Schnittstellen Ihr Primärsoftwareanbieter jetzt im Austausch mit Ihnen geklärt haben sollte. Erhalten Sie das Rundum-Sorglos-Paket? Und welche Alternativen dazu gibt es?
  • Rechtliche Voraussetzungen: Heilberufsausweise, Institutionsausweis (SMC-B) Bearbeitungszeiten, Kostenaspekte, Refinanzierungsvoraussetzungen – ein Gesamtüberblick über Prozesse und Regularien, die Sie beachten sollten.
  • Digital-Kompetenz ausbauen: Wie steht es um das Knowhow im Team, die TI-Anbindung im Alltag zu praktizieren? Wer schult und informiert, und wer sollte geschult werden? Tipps zum Aufbau eines TI-kompetenten Mitarbeiterteams.
  • Best Practice: Nicht jeder muss das Rad nochmal neu erfinden. Lernen und profitieren von Erfahrungswerten anderer Pflegeunternehmen ist eine bewährte Vorgehensweise, Fehler zu vermeiden bzw. Reibungsverluste im Anbindungsprozess zu vermeiden. Ein Best Practice-Bericht – aus der Pflege für die Pflege.

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