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AKI: Fachkräftemangel gefährdet Versorgung schwerkranker Kinder
Die Versorgung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland steht vor dem Kollaps. Während über 99 Prozent der pflegebedürftigen Kinder unter 15 Jahren zu Hause versorgt werden, fehlt es dramatisch an spezialisierten Pflegefachkräften. Zwei Initiativen kämpfen nun für Verbesserungen: Der Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege (BHK) mit einer Imagekampagne und die Pflegeauszubildende Pauline Marie Hense mit einer Petition zum Erhalt der Spezialisierungsmöglichkeit in der Kinderkrankenpflege.
„Wir erleben einen schleichenden Zusammenbruch der Versorgung in der häuslichen Kinderkranken- und Kinderintensivpflege“, warnt Corinne Ruser, Geschäftsführerin des BHK. Die Konsequenzen seien gravierend: Eltern müssen oft jahrelang hochkomplexe medizinisch-pflegerische Aufgaben übernehmen – bis zur völligen Erschöpfung. Um gegenzusteuern, hat der Verband die Kampagne „Außerklinische Kinderkrankenpflege ist mehr als ein Job – sie verändert Leben. Auch deines!“ ins Leben gerufen.
Generalistische Ausbildung als Teil des Problems
Ein wesentlicher Faktor für den Fachkräftemangel sei die 2020 eingeführte generalistische Pflegeausbildung. Sie habe die Möglichkeit zur Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege stark eingeschränkt. Zwar gibt es die Vertiefungsrichtung Pädiatrie, doch diese decke bei weitem nicht den Umfang der früheren dreijährigen Spezialausbildung ab.
Petition für den Erhalt der Spezialisierung
Genau hier setzt die Initiative von Pauline Marie Hense an. Die Auszubildende am Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover fordert mit ihrer Petition den „Erhalt der Möglichkeit zur Spezialisierung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“. Ihre Begründung: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – sie brauchen spezifisch ausgebildetes Personal.“
Die Petition hat bereits über 5.500 Unterstützende gefunden. Am 11. Juni 2025 wird Hense ihr Anliegen persönlich im Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtags vorstellen.
Gemeinsames Ziel: Qualifizierte Versorgung sichern
Beide Initiativen ergänzen sich in ihrem Engagement: „Kinderkrankenpflege braucht Qualifikation – und Qualifikation braucht klare Ausbildungswege“, betont Ruser vom BHK. Die Petition von Pauline Marie Hense unterstützt der Verband daher ausdrücklich.
Umgekehrt würdigt Hense die Kampagne des BHK: „Es beginnt mit Sichtbarkeit. Nur wenn wir den Beruf der Kinderkrankenpflege in den Fokus rücken, können wir den Fachkräftemangel in diesem Bereich langfristig bekämpfen.“
Ohne politische Unterstützung, attraktive Arbeitsbedingungen und klare Ausbildungswege drohe jedoch die Versorgung schwerstkranker Kinder weiter zu erodieren – mit schwerwiegenden Folgen für betroffene Familien.
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