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Bayern: 1,34 Millionen Euro für Bamberger Quartiersprojekt

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach stärkt die häusliche Pflege in den Kommunen. Am 24. September übergab sie einen Förderbescheid über rund 1,34 Millionen Euro für das dreijährige Modellprojekt „Care im Quartier“ in Bamberg.

Judith Gerlach
"Um Pflege langfristig zu sichern, müssen wir gemeinsam Lösungen finden. Unsere Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle", sagt Judith Gerlach (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern. Foto: Susie Knoll/ Stimmkreisbüro Judith Gerlach

„Der demographische Wandel ist eine große Herausforderung für die kommunale Daseinsvorsorge“, betonte Gerlach bei der Übergabe. „Die Zahl an unterstützungsbedürftigen Menschen wächst, familiäre Ressourcen schwinden und Fachkräfte reichen nicht aus, um den Versorgungsbedarf zu decken.“ Die aktuelle Pflegestatistik Bayerns zeige, dass Ende 2023 über 630.000 Menschen im Freistaat pflegebedürftig waren. Bis zum Jahr 2050 werden es voraussichtlich 820.000 sein.

Pflege vor Ort stärken

Die Ministerin betonte die zentrale Rolle der Kommunen: „Um Pflege langfristig zu sichern, müssen wir gemeinsam Lösungen finden. Unsere Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Denn Pflege findet immer vor Ort statt – dort wo Menschen leben, alt werden oder auf Hilfe angewiesen sind.“

Niedrigschwellige Versorgung im Quartier

Das Projekt „Care im Quartier“ wurde im Sommer 2023 in Bamberg entwickelt. „Ziel ist es, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen niedrigschwellig und wohnortnah zu erreichen und sowohl professionelle Versorgung als auch nachbarschaftliches Engagement systematisch zu verzahnen“, erklärte Gerlach.

Das Konzept ermögliche passgenaue Lösungen im eigenen Umfeld mit Angeboten von stationärer, teilstationärer und ambulanter Pflege. „‚Care im Quartier‘ ist also Gemeinwesenarbeit, Pflegearbeit und Kulturarbeit in einem!“, so die Ministerin.

Bamberg als Vorreiter

Gerlach würdigte Bamberg als Vorreiter in der Pflegeentwicklung: „Bamberg hat hier viel geschafft und in den letzten Jahren schon viel auf den Weg gebracht, zum Beispiel das Hospiz- und Palliativnetzwerk, das Demenz-Kompetenzzentrum, das Skillslab mit Schwerpunkt Pflege oder eines von zwei stationären Kinder- und Jugendhospizen im Freistaat.“

Das Projekt ist Teil der Förderrichtlinie „Gute Pflege in Bayern“. Bisher wurden im Rahmen dieser Initiative 51 Kommunen mit über 10,3 Millionen Euro gefördert.