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Diakonie: Tarifeinigung in Niedersachsen

Die Diakonie Niedersachsen, ver.di und der Marburger Bund haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss soll Beschäftigten in Pflege, Medizin und Sozialarbeit mehr finanzielle Sicherheit bieten – und die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen langfristig sichern.

Pastor Hans-Peter Daub, Vorstandsvorsitzender des DDN, Vorstand der Dachstiftung Diakonie und Vorstandsmitglied des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) Foto: VDDD

Die Einigung, die laut Diakonischem Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN) über 44.000 Mitarbeitende betrifft, bringt im Zeitraum von September 2025 bis Dezember 2027 deutliche Verbesserungen. Pastor Hans-Peter Daub, Vorstandsvorsitzender des DDN: „Mit dem Ergebnis der Verhandlungskommission stärken wir die Attraktivität der diakonischen Unternehmen in Niedersachsen nachhaltig. Neben den deutlichen Steigerungen der Entgelte, bietet der Abschluss insbesondere für die Arbeit im Schichtdienst am Wochenende und in den Nachtstunden, die typisch für Pflege- und Sozialberufe sind, noch einmal erhebliche Verbesserungen. Die Anhebungen, zeigen unsere Anerkennung für das tägliche Engagement unserer Kolleg:innen. Gleichzeitig bleiben wir als Arbeitgeber handlungsfähig und zukunftssicher aufgestellt.“

Ab März 2026 steigen die Entgelte um 2,8 Prozent, ergänzt durch eine Einmalzahlung von 175 Euro für Vollzeitkräfte und anteilig für Teilzeitkräfte. Weitere Erhöhungen erfolgen 2027 um insgesamt 3,7 Prozent – zunächst um 1 Prozent zum Jahresbeginn, anschließend um 2,7 Prozent ab Juli. Damit erhalten Beschäftigte über die gesamte Laufzeit ein transparentes Vergütungskorridor mit klarer Perspektive bis Ende 2027.

Bei den Zulagen reagiert der Tarifvertrag laut DDN auf zentrale Belastungsfaktoren im Pflege- und Sozialwesen. Die Schichtzulage steigt auf 110 bzw. 180 Euro, Nacht- und Sonntagszuschläge können bis zu 30 Prozent betragen.

Für Auszubildende und dual Studierende wird die Vergütung um insgesamt 120 Euro angehoben. Ab 2026 steht ihnen zudem ein zusätzlicher, 31. Urlaubstag zu. Mitglieder einer Gewerkschaft erhalten 2026 einen weiteren Urlaubstag. Zusätzlich werden die Anerkennung von Bereitschaftsdiensten verbessert und Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge angepasst.

Laut Dr. Jens Rannenberg, dem Verhandlungsführer der Tarifkommission des DDN, wurde damit eine Lösung gefunden, „die Wertschätzung und Verlässlichkeit mit der Zukunftssicherheit der diakonischen Einrichtungen verbindet“. Durch die Laufzeit von 28 Monaten entsteht den Trägern Planungssicherheit in einem zunehmend angespannten Arbeitsmarkt.

„Wir hätten uns von den Arbeitgebern mehr soziales Gewissen gewünscht: Wir wollten einen Mindestbetrag, der insbesondere den unteren Entgeltgruppen zugutekommt – das haben die Arbeitgeber bis zum Schluss vehement abgelehnt“, sagt Martina Trampenau, Mitglied der ver.di Tarifkommission. (lon)