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Thüringen will mit Maßnahmenplan Pflegestrukturen vor Ort stärken

Die Thüringer Landesregierung hat den „Thüringenplan 2026″ verabschiedet. Darin formuliert sie fünf konkrete Vorhaben für die Pflege – vom Ausbau kommunaler Pflegestützpunkte über ein neues Pflegeentwicklungsgesetz bis zur Entbürokratisierung der Nachbarschaftshilfe. Ambulante Strukturen und pflegende Angehörige stehen im Fokus.

Katharina Schenk (SPD), Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie Foto: TSG/Jakob Schröter

Auf einer Klausurtagung am 9. und 10. Februar in Eisenach hat das Thüringer Kabinett den „Thüringenplan 2026″ beschlossen – einen verbindlichen Arbeits- und Maßnahmenplan, der unter anderem die Pflege als zentrales Handlungsfeld definiert. Laut dem Thüringer Gesundheitsministerium will die Landesregierung damit eigene landespolitische Akzente setzen, parallel zur angekündigten Pflegereform auf Bundesebene.

Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) begründet die Initiative mit dem demografischen Wandel, steigendem Pflegebedarf und zunehmenden Kosten bei gleichzeitig sinkendem Fachkräftepotenzial. Pflege müsse verlässlich und bezahlbar bleiben, so Schenk laut einer Mitteilung des Ministeriums.

Fünf Vorhaben für 2026

Im Einzelnen plant das Ministerium folgende Maßnahmen:

Kommunale Pflegestützpunkte sollen durch eine verlässliche Festbetragsförderung für die Kommunen ausgebaut werden. Damit will die Landesregierung die wohnortnahe Beratung stärken – ein Punkt, der für ambulante Pflegedienste und deren Zusammenarbeit mit Beratungsstrukturen unmittelbar relevant ist.

Ein Pflegeentwicklungsgesetz soll den Thüringer Pflegeentwicklungsplan verstetigen und damit eine verbindlichere Planungsgrundlage schaffen.

Die Förderung von Kurzzeit- und Verhinderungspflegeplätzen zielt darauf ab, pflegende Angehörige spürbar zu entlasten. Gerade in der ambulanten Versorgung ist die Verfügbarkeit solcher Plätze ein chronisches Problem.

Die AUPA-Verordnung soll grundlegend novelliert werden. Ziel ist es laut Ministerium, Nachbarschaftshilfe langfristig niederschwellig und unbürokratisch zu ermöglichen – ein Signal an alle Akteur:innen, die mit Angeboten zur Unterstützung im Alltag arbeiten.

Schließlich soll die Initiative AGATHE („Älter werden in Gemeinschaft“) auf weitere Landkreise ausgeweitet werden. Das Programm setzt auf aufsuchende Beratung für ältere Menschen im ländlichen Raum.

Zusammenarbeit mit Trägern und Verbänden angekündigt

Schenk betonte, das Ziel sei eine Pflege, die Lebensqualität sichere und gesellschaftliche Teilhabe ermögliche. Die Landesregierung setze dabei auf enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Trägern, Pflegeeinrichtungen und Verbänden. Ob und wie schnell die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.